Lynchjustiz-Aufruf muss hart bestraft werden

31. März 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Nach der überraschenden Wende im Emdener Mordfall an der elfjährigen Lena sieht sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in ihrer deutlichen Kritik an den in sozialen Netzwerken verbreiteten Aufrufen zur Lynchjustiz bestätigt. Bernhard Witthaut, GdP-Bundesvorsitzender: „In einem solchen Mordfall, bei dem die ermittelnden Beamten unter enormen Zeitdruck und unter dem Brennglas von Medien und Bevölkerung arbeiten, hat die aufgebrachte Menschenmenge vor der Emdener Polizeidienststelle für eine zusätzliche, unnötige und nicht zu akzeptierende Störung gesorgt. Wer hinter den Lynchaufrufen steckt, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“

Witthaut weiter: „Es darf nicht toleriert werden, dass einige soziale Netzwerker glauben, in unserem Rechtsstaat Wild-West-Methoden wiederbeleben zu dürfen.“

Nach der gestrigen Ankündigung der Polizei, dass trotz der Festnahme eines Tatverdächtigen intensiv weiter ermittelt werde, fordert Witthaut die volle Rückendeckung von Medien und Öffentlichkeit für die weitere Arbeit der Mordkommission.

1 Kommentar
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  1. Wer hat eine Pressemitteilung raus gegeben?
    Wer hat den Namen und die Adresse des unter Verdacht stehenden raus gegeben?
    Hatte die „Bild“-Illustrierte einen Artikel vor den Randalen veröffentlicht?
    Gut, das wir das mal besprochen haben!

    Anstatt jetzt Energie an einer Psychologischen Normalität zu verschwenden (das Internet ist nur ein Medium, wie eine Zeitung mit einer extrem hohen Auflage, quasi das dort mehr Leser zu finden sind und im Gegensatz zu Printmedien interagieren können), ein Soziales Netzwerk ist wie ein riesiger Stammtisch … wenn sich der Stammtisch einig ist, dann werden noch ein paar Mitläufer gesammelt und die halbe Dorfgemeinde zieht zum Haus vom Seppel und brennt es nieder!
    … klar bedauern es die Leute dann später, so sich die Unschuld vom Seppel herausstellt, aber irgendwer hat den Namen vom Seppel in der Stammtischrunde bekannt gemacht und die Schuldbehauptung in Gang gesetzt!

    Ist nie passiert? … in Bayern, Sachsen … auch heute noch hin und wieder Aktenkundig erwähnt!

    Was man gegen solche Stammtischmaßnahmen machen kann?
    In einem anderen Kommentar erwähnte ich es schon!

    Keine Pressekonferenzen, Mitteilungen über den Fall aller Art innerhalb von 7 Tagen (oder mehr) heraus zu geben, sollte es doch einer machen (Presse, Internetgemeinde) und es zur Verfolgung Unschuldiger kommen, so kann man beruhigt den Straftatbestand der Hetze/Rufmord o.ä. ansetzen, spätestens wenn die Blind-Illustrierte/Internetgemeinde hier mal eines auf die Mütze bekommt, werden sie auch ruhiger!

    … aber die freie Meinungsäußerung im Internet zu reglementieren … würde ich als Zensur bezeichnen!
    Ferner könnten sie auch gleich die Stammtische in Bayern abschaffen, dort wird mehr über das Lynchen diskutiert als anderswo!

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