Gut zu Fuß mit Schrittzähler

31. März 2012 | Themenbereich: Brandenburg, Polizei | Drucken

Mit einem Pilotprojekt will Brandenburgs Polizei konkreter Aufschluss über die persönliche Einsatzfitness ihrer Streifen- und Revierpolizisten erhalten. Von April bis Juni dieses Jahres werden hierzu die insgesamt rund 220 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des sogenannten Wach- und Wechseldienstes sowie der Revierpolizei in der Polizeiinspektion Potsdam mit einem Schrittzähler ausgerüstet. Der Start erfolgt in der ersten Einsatzschicht am morgigen Sonntag.

„Wir wollen genau wissen, welche Fußwege jeder in einer Schicht zurücklegt. Über einen Zeitraum von zunächst drei Monaten erhoffen wir uns so wichtige Rückschlüsse auf die körperliche Verfassung der Polizisten, aber auch auf deren operative Wirksamkeit“, begründete Innenminister Dietmar Woidke kürzlich bei einer Führungskräftekonferenz des Polizeipräsidiums das zunächst umstrittene Pilotprojekt. Den beiden Einsatzbereichen habe man bei der Polizeireform aus guten Gründen Priorität eingeräumt. „Gerade deshalb benötigen wir hier einen belastbaren Effizienznachweis für künftige Einsatzmaßnahmen“, erläuterte der Innenminister das ihm zuvor vom neuen Leiter der Potsdamer Polizeiinspektion, Maik Toppel, vorgeschlagene Projekt.

Anfänglichen Bedenken der Personalvertretungen begegnete Woidke unter anderem mit der Zusicherung einer Anonymisierung der Angaben und einer gemeinsamen Beratung von Ergebnissen und Maßnahmen mit den Gewerkschaften bzw. Berufsverbänden der Polizei. „Wir brauchen unabhängig von Strukturen und Stellenplänen in jedem Fall eine präsente, rundum fitte und voll einsatzfähige Polizei. Jeder Polizist muss bei dieser Anforderung im wahrsten Sinne Schritt halten können“, so der Innenminister. Bei einer vom Polizeipräsidium initiierten Abfrage unter Potsdamer Polizisten habe es – für ihn überraschend – erfreuliche Zustimmung zu der Idee mit den Schrittzählern gegeben. Dabei ist nicht jeder der Polizisten sicher, wirklich ‚gut zu Fuß’ zu sein. Nach eigenen Schätzungen legen beispielsweise Potsdams Revierpolizisten beim Streifeneinsatz bis zu zwölf Kilometer zurück, einige jedoch lediglich zwischen drei und fünf Kilometer.

Da Brandenburg mit seinen ‚Polizei-Schrittzählern’ Neuland betritt, gibt es hierzu bereits auch erste Nachfragen aus anderen Bundesländern, so aus Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Woidke denkt deshalb daran, auf der diesjährigen Herbstkonferenz der Innenminister über die Piloterkenntnisse zu berichten. Die aus Rücklagen des Ministeriums bestrittenen Anschaffungskosten von etwa 15 Euro je Gerät machen sich auf alle Fälle bezahlt, wie er betont.

Nach Potsdam sollen im Sommer als nächstes zwei Landinspektionen mit den Schrittzählern die zu Fuß absolvierten Kilometer pro Dienstschicht erfassen. „Wir werden dazu weitere Messgeräte beschaffen“, kündigte Woidke an.

 

 

Quelle: Ministerium des Innern des Landes Brandenburg

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