Tempolimit: Intelligente Lösungen statt flächendeckender Verbote

28. März 2012 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Den Vorschlag der Grünen, in Nordrhein-Westfalen ein generelles Tempolimits von 120 km/h einzuführen, lehnt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) als populistisch und unausgegoren ab. Damit die Zahl der Verkehrsunfallopfer reduzieren zu wollen, greife viel zu kurz.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Wer sich eingehend mit dem Thema Verkehrssicherheit befasst, weiß, dass die Autobahnen nicht Unfallbrennpunkt in Deutschland sind. Über 60 Prozent der bei Straßenverkehrsunfällen Getöteten sind auf Landestraßen zu beklagen, obwohl dort nur 40 Prozent der Gesamtverkehrsleistung erbracht wird. Ist im letzten Jahr die Zahl der Unfalltoten bundesweit dramatisch gestiegen, so gilt das nicht für den Bereich der Autobahnen, sondern eher für die Landstraßen.

Was wir brauchen ist eine intelligente und situationsabhängige Verkehrssteuerung, nicht flächendeckende Verbote. Ziel muss es sein, die Autobahnen vermehrt mit modernen Verkehrsleitsystemen auszustatten. Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten nur dann angezeigt werden, wenn sie auch vom Verkehrsgeschehen her (hohes Fahrzeugaufkommen, Straßenbauarbeiten, Witterungseinflüsse) erforderlich sind. Damit einhergehend ist dann der Überwachungsdruck auf diesen Straßen zu erhöhen – Raser sollten konsequent Sanktionen spüren.“

„Gerade in einem Flächenland wie Nordrhein-Westfalen mit der höchsten Einwohnerdichte in Deutschland und einem engmaschigen, hochfrequentierten Verkehrsnetz sind maßgeschneiderte Lösungen gefragt und keine Pauschalitäten.“, so Erich Rettinghaus, DPolG Bundesvorstandsmitglied und Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen. „Wer wirklich Unfälle vermeiden will, muss überzeugende Regelungen für den Individualverkehr anbieten, dann finden diese Vorgaben auch Akzeptanz.“

 

 

 

 

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