Besuch in der Jugendarrestanstalt Moltsfelde

27. März 2012 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Strafvollzug | Drucken

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Landesjustizminister Emil Schmalfuß haben sich gestern (26. März) in der Jugendarrestanstalt Moltsfelde über die dortige Arbeit informiert. Zunächst erläuterten die Vollzugs- und Vollstreckungsleiterin, Annegret Friese, und die Verwaltungsdienstleiterin der Jugendarrestanstalt Moltsfelde, Christa Laßmann, die praktische Ausgestaltung des Vollzugs sowie dessen Konzept. Im Anschluss präsentierte Staatsanwalt Dr. Henning Hadeler den jüngst vorgelegten Entwurf des schleswig-holsteinischen Jugendarrestvollzugsgesetzes. „“Beide – der Vollzug hier in Moltsfelde und der von uns vorgelegte Gesetzentwurf – sind bundesweit vorbildlich““, erklärte Schmalfuß. „“Ich freue mich deshalb, dass Frau Bundesministerin Leutheusser-Schnarrenberger sich hier vor Ort direkt informiert hat über dieses so wichtige Sanktionsmittel im Jugendstrafrecht. Im Jugendarrest geht es vorrangig darum, Jugendlichen das von ihnen begangene Unrecht, aber auch ihre eigene Lebenssituation deutlich zu machen sowie Hilfestellung für eine zukünftige Lebensführung ohne Straftaten zu geben.““

 

Hintergrund

In der Jugendarrestanstalt wird Jugendarrest als strafjustizielle Reaktion auf Jugendkriminalität in Gestalt kurzzeitiger freiheitsentziehender Maßnahmen von bis zu vier Wochen vollstreckt. Der Jugendarrest ist eine jugendgerichtliche Maßnahme bei kleinerer oder mittlerer Kriminalität von jungen Straftätern und als solche von der Jugendstrafe, die bei schwerer Kriminalität für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einer Jugendstrafanstalt vollstreckt wird, zu unterscheiden. Im Vollzug des Jugendarrestes wird mit einem erzieherischen Ansatz versucht, den Jugendlichen ihr eigenes kriminelles Verhalten deutlich zu machen, ihre Taten – auch unter Verdeutlichung der Folgen für die Opfer – aufzuarbeiten und sie im Hinblick auf ihr bisheriges und künftiges Verhalten zu sensibilisieren. Die Jugendarrestanstalt Moltsfelde wurde 2002 erbaut und 2009 erweitert. Sie verfügt über insgesamt 57 Arrestplätze und ist die zentrale Jugendarrestanstalt des Landes Schleswig-Holstein, in der jährlich rund 1.000 Jugendarreste verbüßt werden.

 

Quelle: Ministerium für Justiz

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