Die meisten schweren Verkehrsunfälle auf Landstraßen

23. März 2012 | Themenbereich: Hessen, Verkehr | Drucken

Im Jahr 2011 registrierte die Hessische Polizei 133.158 Verkehrsunfälle. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit 264 tödlich Verunglückten war 2011 das Jahr mit der zweitniedrigsten Zahl Verkehrsunfalltoter seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik (1950). Der bisherige Tiefststand wurde mit 250 Getöteten ein Jahr zuvor registriert. Mit 41 tödlich verletzten Fußgängern und 18 getöteten Radfahrern sind im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge von 16,3 Prozent bzw. 30,8 Prozent zu verzeichnen.

Landespolizeipräsident Udo Münch: „Wir hatten im vergangenen Jahr wieder mehr Verkehrsunfalltote, auch wenn die Zahlen im Vergleich zu 2006 auf einem viel niedrigeren Niveau sind, nehmen wir die Entwicklung sehr ernst und arbeiten daran den positiven Langzeittrend der vergangenen Jahre weiter fortzusetzen.“

Gründe für die gestiegenen Unfallzahlen im Jahr 2011 waren vor allem die milden Temperaturen am Ende des Jahres. Allein im relativ warmen Dezember verunglückten 1.811 Menschen. Das sind 45,8 Prozent mehr als im Jahr 2010. „Bei den milden Temperaturen fahren die Verkehrsteilnehmer deutlich schneller. Die Folge sind mehr Unfälle mit teils schweren Verletzungen“, erläutert Landespolizeipräsident Münch.

Die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang war 2011 mit fast 40 Prozent überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit. Weitere Ursachen sind Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie Fehler beim Überholen und Alkohol im Straßenverkehr mit jeweils knapp 8 Prozent. Die Zahl der verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer, stieg im Jahr 2011 auf 30.049 Menschen. Das sind 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Durchschnitt der fünf zurückliegenden Jahre (30.980) ist dagegen ein Rückgang um drei Prozent zu verzeichnen.

Am deutlichsten stieg im Jahr 2011 die Zahl der Schwerverletzten. Mit 5.240 Personen registrierte die Polizei ein Plus von 11,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Die Hauptunfallursachen waren auch hier überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit mit 22,6 Prozent, Fehler bei Abbiegen sowie Wenden und Rückwärtsfahren mit 13,6 Prozent, Missachtung der Vorfahrt bzw. des Vorranges anderer Verkehrsteilnehmer mit 12,5 Prozent. An vierter Stelle steht mit 8,5 Prozent die Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinwirkung.

Besonders auffällig ist die große Anzahl von Verkehrstoten auf den hessischen Landstraßen. Dort starben im vergangenen Jahr 154 Menschen, das sind fast 60 Prozent aller tödlich Verunglückten. „Deshalb haben wir im März die Offensive „Sichere Landstraße 2012“ gestartet. Das Projekt zielt darauf ab die Verkehrsteilnehmer auf die besonderen Gefahren aufmerksam zu machen. In den nächsten Monaten gibt es deshalb auf Landstraßen Schwerpunktkontrollen und Aufklärungskampagnen zum Thema Geschwindigkeitsüberschreitungen, Wildunfälle sowie Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Besondere Aufmerksamkeit legen wir dabei auf die Risikogruppen „Junge Fahrer“ im Alter von 18 bis 24 Jahre, Motorradfahrer sowie auf die Verkehrsteilnehmer über 65 Jahren“, so Landespolizeipräsident Udo Münch. Zudem beziehe die Polizei auch bewusst den gewerblichen Güter- und Personenverkehr in die Offensive „Sichere Landstraße 2012“ mit ein. So erfolge je nach örtlicher Unfallbewertung in den Polizeipräsidien eine differenzierte und gezielte Schwerpunktsetzung, so der Landespolizeipräsident.

Die Polizei will die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer mit dieser Maßnahme für die jeweilige Thematik sensibilisieren, um einen Sicherheitsgewinn für alle Bürgerinnen und Bürger im Straßenverkehr zu erzielen.

 

Quelle: Ministerium des Innern und für Sport

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