10 Jahre Gewaltschutzgesetz

21. März 2012 | Themenbereich: Justiz, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Aus Anlass des morgigen Tages der Kriminalitätsopfer weist Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) auf die große Bedeutung des Gewaltschutzgesetzes hin.

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU): „Das Gewaltschutzgesetz setzte 2002 einen Meilenstein in der Bekämpfung der häuslichen Gewalt. Durch das Gesetz hat sich die Situation für Frauen, die Gewalt in ihrer eigenen Wohnung oder in ihrer Partnerschaft erleben müssen, erheblich verbessert. Gewalt wird nicht mehr nur als Privatangelegenheit angesehen, sondern es gilt ganz klar: Wer schlägt, muss gehen!“

„Eindrucksvoll hat eine Studie des Bundesfamilienministeriums von Juni 2010 dargelegt, dass alle sozialen und ethnischen sowie Bildungs- und Altersgruppen von Gewalt und schwerer Misshandlung in Paarbeziehungen betroffen sind,“ so die Ministerin weiter. „Gewaltsame Kindheitserfahrungen in Form von selbst erlebter körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, aber auch in Form der Zeugenschaft elterlicher Gewalt bildeten im Rahmen der Studie den mit Abstand stärksten Prädiktor für die Betroffenheit der Frauen durch schwere Gewalt und Misshandlung im späteren Erwachsenenleben. Befragte, die in Kindheit und Jugend häufig oder gelegentlich körperlichen Übergriffen durch Erziehungspersonen oder sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren, wurden zwei- bis dreimal häufiger als nicht davon betroffene Frauen später Opfer von Gewalt in Paarbeziehungen.“

Allein im Jahr 2011 ermittelten die Sonderdezernentinnen und Sonderdezernenten der Staatsanwaltschaften Mecklenburg-Vorpommerns in 1.976 Fällen wegen häuslicher Gewalt.

Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Das zeigt deutlich, dass häusliche Gewalt auch in Mecklenburg-Vorpommern kein Randthema ist. Im Bereich der Aufklärung und Strafverfolgung arbeiten in einem gut aufgestellten Netzwerk Justiz, Polizei und Opferberatungsstellen, insbesondere die Interventionsstellen für häusliche Gewalt und Stalking, bereits seit Jahren eng zusammen.“

„Die Justiz wird sich weiter für eine Verbesserung des Opferschutzes einsetzen“, macht Ministerin Kuder deutlich. „Wir müssen den Opfern von Gewalt deutlich zeigen, dass sie nicht allein stehen, dass es für sie Hilfe und Schutz gibt!“

 

Information

22. März: Tag der Kriminalitätsopfer – Zeichen der Solidarität und Verantwortung

Der „Tag der Kriminalitätsopfer“ erinnert an die persönliche, rechtliche und wirtschaftliche Situation der durch Kriminalität und Gewalt geschädigten Menschen, die auf Schutz, praktische Hilfe und Solidarität unseres Gemeinwesens angewiesen sind.

Der Aktionstag wurde 1991 vom WEISSEN RING als Mahnzeichen gegen das mangelnde Problembewusstsein der Gesellschaft für die Belange der durch Kriminalität und Gewalt geschädigten Opfer und ihrer Familien in Deutschland etabliert.

 

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