„Die Geschwindigkeit muss runter!“

19. März 2012 | Themenbereich: Niedersachsen, Verkehr | Drucken

„In Niedersachsen wurden im letzten Jahr weniger Unfälle verursacht, diese aber mit schwereren Folgen“, sagte Innenminister Schünemann heute in Hannover bei der Vorstellung der Unfallstatistik des Jahres 2011.

„Eins wird dabei deutlich: Die Geschwindigkeit muss runter!“

Im letzten Jahr wurden der Polizei 196048 Unfälle bekannt, das sind 2,8 Prozent weniger als noch im Jahr 2010 (201754 Unfälle). Die Anzahl der Verkehrstoten hat erstmals seit dem Jahr 2007 wieder zugenommen. Während im Jahr 2010 noch 479 Personen getötet wurden, waren es im letzten Jahr 540 Menschen. Das ist zwar immer noch der zweitniedrigste Wert seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1956.

Gegenüber dem Jahr 2010 stellt diese Entwicklung jedoch einen Anstieg um ca. 12,7 Prozent dar. Ähnlich ist die Entwicklung bei den Schwerverletzten. Auch dort sind Zunahmen zu verzeichnen – und zwar um 9,2 Prozent von 5.721 auf 6.249 Schwerverletzte.

„Jahrelang zeigte die Kurve unserer Unfallbilanz nach unten. Für das vergangene Jahr haben wir jedoch einen deutlichen Anstieg der Zahl der Toten und Verletzten, nicht nur in Niedersachsen, sondern bundesweit“, bedauerte Innenminister Uwe Schünemann. „Diese Zahlen machen betroffen und sie enttäuschen diejenigen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Unfälle zu verhindern, weil hinter den anonymen Opferzahlen immer auch persönliche Schicksale stehen“.

Bei näherer Betrachtung der Risikogruppen fällt auf, dass insbesondere die Jungen Fahrer im Alter von 18 bis einschließlich 24 Jahre und die Senioren ab 65 Jahre besonders von den Steigerungen bei den Getöteten betroffen waren.

So ist die Zahl der getöteten Jungen Fahrer von 97 im Jahr 2010 auf nunmehr 122 um ca. 25,8 Prozent gestiegen. Damit fallen ca. 22,6 Prozent aller Verkehrstoten in diese Altersgruppe. Bei den Senioren (ab 65 Jahre) ist die Zahl der Getöteten auf 140 angestiegen. Gegenüber dem Jahr 2010, in dem noch 89 Personen dieser Altersgruppe getötet worden waren, entspricht dies einer Zunahme um ca. 57,3 Prozent.

Die Polizei hat sich mit ihrer Verkehrssicherheitsarbeit bereits seit langem darauf eingestellt, dass immer mehr Senioren immer länger mobil bleiben. Entgegen der demographischen Entwicklung konnten Anstiege bei den Unfallopfern in dieser Altergruppe bisher verhindert werden. Die Entwicklungen sowohl in dieser Altersgruppe als auch bei den Jungen Fahrern machen aber deutlich, dass dafür weiterhin große Anstrengungen nötig sind.

Zurückgegangen ist hingegen die Zahl der getöteten Kinder. Während im Jahr 2010 noch 18 Kinder im Straßenverkehr getötet worden waren, ging diese Zahl im vergangenen Jahr um ca. 55,6 Prozent auf 8 zurück.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.