Kontrolldruck erhöhen, Prävention und Ermittlung verstärken

14. März 2012 | Themenbereich: Bremen, Innere Sicherheit | Drucken

Der Senat hat gestern (13. März 2012) ein Programm zur Bekämpfung der ansteigenden schweren Raub- und Einbruchskriminalität beschlossen. Die Polizei Bremen setzt dabei auf den Dreiklang von Kontrolldruck, Prävention und Ermittlungen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Ermittlungen, um das Entdeckungs- und Verurteilungsrisiko für potenzielle Täter deutlich zu erhöhen.

Senator Mäurer (li.) stellt im Rathaus zusammen mit Bremens Polizeipräsident Müller (Mi.) und dem Direktor der Bremerhavener Ortspolizeibehörde, Götze, das Programm zur Bekämpfung der ansteigenden schweren Raub- und Einbruchskriminalität vor

Senator Mäurer (li.) stellt im Rathaus zusammen mit Bremens Polizeipräsident Müller (Mi.) und dem Direktor der Bremerhavener Ortspolizeibehörde, Götze, das Programm zur Bekämpfung der ansteigenden schweren Raub- und Einbruchskriminalität vor

„Das Kernstück des Programms ist, dass wir die Ermittlungseinheiten personell um zehn Beamtinnen und Beamte verstärken und die vorübergehende eingestellte flexible Ermittlungsgruppe mit fünf Personen wieder aktivieren. Zusätzlich zu der bestehenden Tatortgruppe, die für die Spurensicherung zuständig ist, wird eine zweite Tatortgruppe mit sechs Personen gebildet. Darüber hinaus werden wir uns Verstärkung bei der Spurenauswertung durch zwei weitere Personen sichern. Wir wollen außerdem durch verstärkte Präsenz mit uniformierten und zivilen Kräften in den besonders belasteten Stadtteilen die möglichen Täter abschrecken und das subjektive Sicherheitsgefühl stärken. Durch die starke polizeiliche Präsenz und schnell eingeleitete Fahndungsmaßnahmen werden die Chancen der Festnahme von Räubern oder Einbrechern auf frischer Tat gesteigert. Für die Anschaffung zusätzlicher Auswerte- und Analysetechniken stehen weitere Mittel in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung“, erläuterte Innensenator Ulrich Mäurer.

Der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller ergänzte: „Durch die personelle und materielle Verstärkung der Arbeit am Tatort können wir effizienter ermitteln. Das umfasst vor allem auch die genaue Spurensuche und –auswertung, für die ausreichend viele Polizeibeamte zur Verfügung stehen müssen. Dass wir hier bei intensiver Bearbeitung auch zu schnellen Erfolgen kommen können, haben wir bei der Aufklärung des Raubüberfalls auf das Altenheim in Bremen Nord gezeigt. Wir wollen außerdem noch mehr mit der Polizei im niedersächsischen Umland zusammenarbeiten.“

Von dem heute beschlossenen Programm wird auch Bremerhaven profitieren. „Wir haben in Bremerhaven bereits im letzten Jahr eine Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchs- und Raubkriminalität und in diesem Jahr eine kooperierende Ermittlungsgruppe mit der niedersächsischen Nachbarinspektion eingesetzt. Jetzt können wir zusätzlich die Tatortarbeit mit zwei Kräften im Erkennungsdienst intensivieren“, so Harry Götze, Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

Der Senat hat heute beschlossen, dass insgesamt zehn Beschäftigte (davon zwei in Bremerhaven) zusätzlich eingestellt werden. Der Rest der Personalaufstockung wird aus dem Bestand der Polizei erbracht.

Die Formen von Kriminalität haben sich in Bremen in den letzten Jahren verändert. Während der Diebstahl von Fahrrädern und der Aufbruch von Autos deutlich zurückgegangen sind, nahmen im Jahr 2011 die Einbrüche in Wohnungen sowie die Raubüberfälle deutlich zu. So gab es 1.010 Raub- bzw. schwere Raubtaten im Jahr 2011 (991 im Jahr 2010). Die Raubtaten auf Geschäfte sind zwar von 145 im Jahr 2010 auf 102 im Jahr 2011 gesunken, die Entwicklung der letzten Monate deutet aber auf einen gegenteiligen Trend hin. Die Zahl für die Einbruchsdiebstähle aus Wohnungen liegt bei 2.772 und ist damit um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

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