Vertrauensfrage-leistungsfähige Polizei oder Tendenz zur Selbstjustiz?

13. März 2012 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Wie den Pressemeldungen zu entnehmen war, soll der Täter im tödlichen Fall des Jusuf EL-A. gesagt haben „er brauche keine Polizei, um Dinge zu regeln“.

Solche Aussagen spiegeln die Spitze eines Eisberges wieder, dessen Masse den Meisten verborgen bleibt.

Durch die massiven Einsparungen in den vergangenen Jahren bei der Kriminal- und Schutzpolizei, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, bahnt sich ein Vertrauensverlust in die Leistungsfähigkeit der Polizei den Weg.

Immer öfter bekommen Ermittler zu hören, daß es sich nicht lohnt, die Polizei zur rufen, weil sie zu lange braucht, überhaupt nicht kommt, oder wenig Zeit hat sich des Falles anzunehmen und später nichts dabei rauskommt.

„Diese Entwicklung ist besorgniserregend und darf nicht weiter voranschreiten. Wir brauchen weder Resignation noch Selbstjustiz, sondern eine schnelle Polizei am Tatort und eine ausreichend ausgestattete und qualifizierte Kriminalpolizei für zügige und erfolgreiche Ermittlungsarbeit“ sagt der Landesvorsitzende Michael Böhl

Wer den Eindruck bekommt, nur von Verwaltungshandeln umgeben zu sein, um Statistiken zu füllen, sieht keinen Sinn mehr in seinem oft und mit Recht geforderten couragierten Handeln, auch wenn es nur das Rufen nach Polizei ist.

„Wir müssen wieder mehr Zeit für Opfer, Zeugen und Täter haben, nicht nur um die Fakten zur Wahrheitsfindung herauszubekommen, sondern auch um zu erkennen, wie Taten künftig besser zu verhindern sind. Gerade Opfer und Zeugen bedürfen besserer Rechte und Aufmerksamkeit“ so Böhl weiter.

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