Die Zahl 12 darf kein Dogma sein

12. März 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Polizei | Drucken

Zuschnitte und Standorte der zukünftigen regionalen Polizeipräsidien sind weiterhin ein umstrittenes Thema. Das Innenministerium will bis Ostern seine Entscheidung bekannt geben.

Die Zahl 12 darf kein Dogma sein

In ihrer Samstagausgabe vom 10. März berichten die Stuttgarter Nachrichten über geplante Zuschnitte der 12 Polizeipräsidien und stellen dar, dass die vom Lenkungsausschuss und der Projektgruppe „Struktur der Polizei Baden-Württemberg“ ausgesprochene Empfehlung, die bisherigen Landespolizeidirektionen, Polizeipräsidien und Polizeidirektionen in 12 neuen regionalen Polizeipräsidien aufgehen zu lassen, mehr Probleme als erwartet zu bereiten scheint und auch auf vielfache Widerstände unterschiedlichster Motivation stößt.

Für den BDK sind in dieser Diskussion kriminalgeografische Aspekte ebenso bedeutend wie Entfernungen. Nur wenn es gelingt, geografische Zuschnitte und einen entsprechenden organisatorischen Unterbau zu finden, welche dem Spannungsfeld zwischen hochspezialisierten, vom Tagesgeschäft losgelösten Ermittlungseinheiten und weiterhin in der Mehrzahl unabdingbaren bürger- und tatortnahen Ermittlungen gerecht werden, kann die Reform erfolgreich werden.

Die Anzahl der Polizeipräsidien darf dabei nach Überzeugung der Kriminalisten im BDK kein Tabu-Thema sein. Nicht ein theoretisch errechnetes Verstärkungspotential, sondern eine an den Bedürfnissen der Kriminalitätsbekämpfung ausgerichtete, leistungsfähige und effiziente Organisation sollte der Maßstab sein.

„Wir brauchen aber auch Präsidien, die für die Mitarbeiter noch erlebbar sind und eine Identifikation ermöglichen. Die Regierungsbezirke mit den Landespolizeidirektionen als bisheriger Überbau der Organisationseinheiten auf Landkreisebene waren zu großflächig und damit zu abstrakt, um ein „Wir-Gefühl“ unter den Kreisdienststellen zu entwickeln.“ weist der BDK-Vorsitzende Manfred Klumpp auf die emotionale Komponente einer erfolgreichen Organisation hin. „Um hier ein Optimum für eine neue Struktur zu finden, darf die Zahl 12 kein Dogma sein.“

 

 

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