Wir bieten vernetzte Hilfe und lassen die Opfer nicht allein

8. März 2012 | Themenbereich: Hessen, Justiz | Drucken

Die Frankfurter Amtsanwaltschaft betreibt seit 14 Jahren ein Sonderdezernat häusliche Gewalt. „Sie hat jetzt eine Untersuchung vorgelegt, die den differenzierten Blick erlaubt auf die Opfer häuslicher Gewalt, auf die Täter, auf ihr Umfeld. Wir erfahren mehr über die Gründe, die zu Gewalt führen. Die Studie gibt erschütternde Einblicke in schwierige Familienverhältnisse, in denen alle Beteiligten leiden.

Aber sie ermöglicht uns, Hilfsangebote passgenauer und zielgerichteter einsetzen“, würdigte Justizminister Jörg-Uwe Hahn die 49 Seiten starke Dokumentation. Es sei das besondere Verdienst der Amtsanwälte, nicht nur zu strafen, sondern sich um Lösungen zu bemühen, um Vernetzungen der Hilfe, die die geschlagene Mutter, den schlagenden Vater und die leidenden Kinder einbezieht.“

 

Einen erfreulichen Trend beschreibt die Vize-Chefin der Frankfurter Amtsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Ursula Gebert-Saltani: „Bereits 18 Prozent der häuslichen Gewalt wird von Dritten zur Anzeige gebracht, also von Nachbarn oder Verwandten. Das ist erfreulich, dass nicht mehr einfach weggesehen wird. Aber“, so bedauert Oberstaatsanwältin Gebert-Saltani: „Fast die Hälfte der Ermittlungsverfahren müssen wir einstellen, weil die Geschädigten das Zeugnis verweigern.“ Sie macht den Frauen Mut: „Sagen Sie aus. Wir lassen Sie hinterher nicht allein.“

Ein weiteres Sonderdezernat, das die Frankfurter Amtsanwaltschaft zum 1. Januar gegründet hat, bekämpft „Gewalt gegen ältere Menschen“. Justizminister Jörg-Uwe Hahn: „Es ist die Folge einer alternden Gesellschaft, dass immer mehr Menschen Hilfe brauchen, sei es Pflege zu Hause oder in einem Heim. Leider ist auch die Folge, dass alte Menschen brachial ruhig gestellt werden. Aber auch in diesem Bereich ist Strafverfolgung mit Augenmaß erforderlich, damit sich pflegende Angehörige und professionelle Helfer nicht allein gelassen fühlen. Ich begrüße es sehr, dass die Frankfurter Amtsanwaltschaft hier ein Zeichen setzt und uns alle sensibilisiert.“

 

 

 

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