Raubdelikte und Wohnungseinbrüche steigen

6. März 2012 | Themenbereich: Bremen, Kriminalität | Drucken

Innensenator Ulrich Mäurer, Polizeipräsident Lutz Müller und der Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Harry Götze, haben gestern (05.03.2012) die Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 vorgestellt.

Danach stieg die Gesamtzahl der registrierten Straftaten im Land Bremen von 89.087 im Jahr 2010 auf 93.007 im Jahr 2011. Auch wenn somit die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um ca. 4% gestiegen ist, handelt es sich dabei um den zweitniedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Auch die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) liegt mit 14.077 auf einem der niedrigsten Stände der letzten 10 Jahre. Die Aufklärungsquote liegt bei 47,6% (48,9% im Jahr 2010 und 47.3% im Jahr 2009) und damit auf dem zweithöchsten Wert der letzten zehn Jahre. Eine umfassend schlüssige Erklärung für den auffälligen Rückgang von Straftaten im Jahr 2010 gibt es bisher nicht. Das Jahr 2011 schließt jetzt wieder an den grundsätzlich positiven Trend der letzten Jahre an.

Negativ verläuft die Entwicklung in den Bereichen „Raub“ und „Einbrüche in Wohnungen“ in der Stadt Bremen. So gab es 1.010 Raub- bzw. schwere Raubtaten im Jahr 2011 (991 im Jahr 2010). Die Raubtaten auf Geschäfte sind zwar von 145 im Jahr 2010 auf 102 im Jahr 2011 gesunken, die Entwicklung der letzten Monate deutet aber auf einen gegenteiligen Trend hin. Die Zahl für die Einbruchsdiebstähle aus Wohnungen liegt bei 2.772 und ist damit um 22% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

„Wir müssen feststellen, dass sich die Form der Kriminalität verschoben hat. Während die Autoaufbrüche und Fahrraddiebstähle in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken sind, wird immer häufiger in Wohnungen eingebrochen. Betroffen sind davon sehr oft Menschen, die ohnehin wenig haben und deshalb ihre Wohnungen auch schlecht sichern können“, stellte Innensenator Ulrich Mäurer fest.

„Wir werden weiterhin einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Einbrüchen und Raubtaten legen“, ergänzte Polizeipräsident Müller. „Dabei stehen vor allem die Aktivitäten in der Ermittlungsarbeit, Kontrolldruck und präventive Maßnahmen ganz oben auf der Tagesordnung. Um hier besser werden zu können, sind wir auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Scheuen Sie sich nicht, 110 anzurufen, wenn Sie verdächtige Beobachtungen machen. Wir kommen schnell und überprüfen die Situation.“

„Wir sind derzeit mit der Justiz in einem sehr engen Austausch, um alle Verbesserungspotenziale für die konsequente Verfolgung von Straftaten gerade in diesem Bereich auszuleuchten“, ergänzte Innensenator Mäurer.

„Auch in Bremerhaven bereiten uns die Raubdelikte und die Wohnungseinbrüche die größten Sorgen. In beiden Bereichen haben wir einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen. Für Bremerhaven ist besonders, dass der Anteil der jungendlichen Täter (bis 21 Jahre) im Bereich der Gewaltkriminalität überrepräsentativ ist“, sagte Harry Götze, Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

Der Anteil der Gewaltkriminalität ist mit 3,6 Prozent weiterhin niedrig. Innerhalb der Gewaltdelikte ist eine Verschiebung von der schweren Körperverletzung zur einfachen vorsätzlichen Körperverletzung feststellbar. Nicht verändert hat sich die Zahl der Tötungsdelikte im Land Bremen. So gab es 2011 wiederum 25 versuchte und fünf vollendete vorsätzliche Tötungsdelikte (Mord und Totschlag).

Weiter gestiegen ist die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (Bremen 2011: 125; 2010: 112; Bremerhaven 2011: 29, 2010: 20). „Diese Zunahmen sind vor allem auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen“, erläuterte Polizeipräsident Müller. Die Mehrzahl der Delikte vollziehe sich im familiären Umfeld der Opfer. Anders als früher gelangten die Taten zunehmend zur Anzeige. Manche Taten liegen schon längere Zeit zurück und werden nun aufgrund der gesellschaftlichen Debatte öffentlich.

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität sind die Fallzahlen in der Stadt Bremen von 1.061 Fällen im Jahr 2010 auf 607 Fälle im Jahr 2011 wieder deutlich zurückgegangen. Die Phänomenbereiche Warenbetrug und Warenkreditbetrug befinden sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau (2.731 Fälle in der Stadt Bremen im Jahr 2011; 3.007: 2010).

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