Weniger straffällige Kinder und Jugendliche

5. März 2012 | Themenbereich: Kriminalität, Niedersachsen | Drucken

Individuell, konsequent und helfend – das sind die aussagekräftigen Eigenschaften der polizeilichen Kampagne zur Bekämpfung der Kinder- und Jugendkriminalität in Niedersachsen. „Nach der Analyse der Daten und Fakten aus dem Vorjahr kann ich jetzt noch ein Wort hinzufügen: erfolgreich!“, erklärte Innenminister Uwe Schünemann bei der Vorstellung der Zahlen heute in Hannover.

Nach der bereits guten Entwicklung im Jahr 2010 ist die Kinder- und Jugendkriminalität im letzten Jahr weiter zurück gegangen. Das heißt, von Kindern und Jugendlichen wurden erneut weniger Straftaten begangen und es wurden nochmals weniger minderjährige Tatverdächtige ermittelt.

„Das ist nach meiner festen Überzeugung dem Engagement unserer Polizei zu verdanken“, betonte Schünemann. „Die von unseren Experten unter der maßgeblichen Beteilung der Polizei entwickelten Programme und Maßnahmen wurden hochprofessionell und mit hoher Motivation umgesetzt. Dieser Erfolg ist der Lohn dafür.“

Die Zahl der Fälle im Kinder- und Jugendbereich sank von 49.054 um 9,61 Prozent auf nunmehr 44.339.

Zum Vergleich: Noch im Jahr 2003 waren dies 53.027 Straftaten.

Aber auch die Zahl der Tatverdächtigen (TV) dieser Altersgruppe sank beträchtlich. Während 2010 noch 37.521 Kinder und Jugendliche als Täter ermittelt wurden, waren es im letzten Jahr 34.322 und damit 8,53 Prozent weniger.

Im Zehnjahresvergleich sank die Zahl sogar um 21,62 Prozent (2003: 44.352 TV).

Besonders interessant ist dabei auch der Vergleich zur demografischen Entwicklung in dieser Altersgruppe: Während die Bevölkerungszahl der Minderjährigen nur um 2 Prozent gesunken ist, verringerten sich die Fallzahlen der Straftaten um 9,61 Prozent. Damit sind die Kinder und Jugendlichen in Relation zu ihrer Bevölkerungszahl deutlich weniger mit Straftaten aufgefallen.

Auch bei den Taten, die das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen besonders nachhaltig beeinträchtigen, können positive Zahlen vermeldet werden: Die Anzahl der von jungen Menschen verübten gefährlichen und schweren Körperverletzungen sank seit 2007 (2.081 Fälle) auf 1.146 im Jahr 2011.

„Bei der Betrachtung der Jugenddelinquenz ist in den vergangenen Jahren deutlich geworden, dass eine kleine Gruppe von Minderjährigen für eine Vielzahl von Straftaten verantwortlich ist. Mit der Einführung des Landesrahmenkonzepts „Minderjährige Schwellen- und Intensivtäter“ zum 01. August 2009 hat die Polizei gezielt reagiert“, erinnerte Schünemann.

In Abstimmung zwischen der Polizei und den Staatsanwaltschaften wurden in dem Jahr erstmals 116 jugendliche Intensivtäter registriert. Sie hatten im Durchschnitt 26,5 Taten begangen und waren damit für insgesamt 3.078 Taten verantwortlich.

Für das Jahr 2011 reduzierte sich die Zahl der Intensivtäter auf 72 junge Menschen. Sie verantworten 1.810 Taten, im Schnitt 25,1 pro TV. Diese weiterhin hohe Durchschnittszahl macht deutlich, dass es junge Menschen gibt, die mit dem Konzept zwar nicht erreicht werden, auf deren punktgenaue Identifizierung aber mit einer konsequenten Repression reagiert werden kann.

Das bewusste exzessive Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen ist weiterhin erschreckend und stellt einen „Gewaltkatalysator“ dar. Insofern ist der Blick auf die Straftaten, die von Minderjährigen unter Alkoholeinfluss verübt wurden, von besonderer Bedeutung. Auch wenn die Entwicklung dabei durchaus positiv ist, so gibt es keinen Anlass zur Entwarnung, da die Zahlen weiterhin nicht akzeptabel sind.

„Die Polizei wird hier in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, diesem Phänomen entschieden zu begegnen. Dies geschieht sowohl im Rahmen von gezielten polizeilichen Alkoholkontrollen bei erkennbar Minderjährigen, als auch durch weitere Testkäufe durch Jugendliche. Denn auch die Aspekte Schutz und Hilfe sind elementare und wichtige Bestandteile der polizeilichen Kampagne“, stellte Minister Schünemann klar.

„Der in Niedersachsen beschrittene individuelle, konsequente und helfende Weg ist offensichtlich erfolgreich. Die Ergebnisse verpflichten uns aber auch im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes alles zu tun, um diese erfreuliche Entwicklung weiter positiv zu beeinflussen.

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