Amokalarm an der Internationalen Schule in Leipzig

2. März 2012 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen | Drucken

Der Amokalarm an der Internationalen Schule in Leipzig am Mittwoch war glücklicherweise nur ein Falschalarm. Trotzdem war er eine Erfahrung, die den Kindern, Lehrern, Eltern und auch den Polizeibeamten und weiteren Rettungskräften möglichst erspart bleiben sollte.

Die Reaktionen und eingeleiteten Maßnahmen haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Polizei bei Fällen schwerer Gewalt funktioniert. Die Internationale Schule in Leipzig hat die Empfehlungen des „Rahmenplanes für sächsische Schulen zur Bewältigung von Bedrohungs- und Amoksituationen“ des Landespräventionsrates Sachsen umgesetzt und somit eine höchstmögliche Sicherheit für die Schüler und Lehrer in dieser Krisensituation ermöglicht.

Das Landeskriminalamt weist an dieser Stelle auf die Wichtigkeit der Umsetzung der Empfehlungen des Rahmenplanes durch die Schulen hin. In ihm sind neben technischen Sicherungsmöglichkeiten vor allem Verhaltensempfehlungen für Lehrer in Bedrohungs- und Amoksituationen beschrieben. Als besonders wichtig erachtet wird die regelmäßige Einweisung der Lehrer in die schulischen Krisenpläne. Insbesondere neue Kollegen, aber auch schulische Mitarbeiter außerhalb des Lehrerkollegiums, wie Sekretärinnen und Hausmeister, sind zu schulen.

Neben der konkreten Vorbereitung auf Bedrohungs- und Amoksituationen, die eher die Ausnahme sind, sollten Schulen verstärkt präventive Programme einsetzen, die Bedrohungs- und Amoksituationen im Vorfeld verhindern helfen. Eine hundertprozentige Sicherheit kann allerdings nicht erreicht werden. Es geht vielmehr darum, mögliche Störungen und Auffälligkeiten von einzelnen Schülern im Vorfeld zu erkennen und damit Entwicklungsverläufe frühzeitig positiv beeinflussen zu können.

Insbesondere ein verbessertes Schulklima (eine „Kultur der Sicherheit und des Hinsehens“), positive Bindungen zwischen Schülern und Lehrern und gelebten Prinzipien, wie sie zum Beispiel mit dem Mehr-Ebenen-Programm von Dan Olweus in den Schulalltag integriert werden, schaffen einen Rahmen, in dem Störungen und Probleme einzelner Schüler besser erkannt werden können.

Die Polizei stellt den Schulen mit der Handreichung „Herausforderung Gewalt“ eine praxisnahe Anleitung zur Umsetzung des Präventionsprogramms nach Dan Olweus sowie aktuelle Informationen zur Prävention von Gewalt, von Gefährdungen durch neue Medien sowie von Amokläufen zur Verfügung. Die Handreichung ist in jeder Polizeidienststelle zu bestellen sowie unter http://www.polizei-beratung.de im Internet eingestellt.

 

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