Erneuter Rückgang der Verkehrstoten im Saarland

29. Februar 2012 | Themenbereich: Saarland, Verkehr | Drucken

Innenminister Stephan Toscani präsentierte am Dienstag im Rahmen der Landespressekonferenz die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2011:

„Die Zahl der Verkehrstoten ist mit 41 (im Vorjahr: 42) auf dem historisch niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung. Mit vier Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner liegt das Saarland unter dem bundesdeutschen Durchschnittswert von 4,8. Und das, obwohl die Motorisierungsrate pro 1.000 Einwohner im Saarland mit 681 Kfz deutlich höher ist als im Bundesdurchschnitt mit 622 Kfz.“

Erfreulicherweise ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle um 1,3% auf 31.107 (2010: 31.532) gesunken. Die Verunglücktenrate (verletzte od. getötete Personen) ist im Jahr 2011 um 5,2% gestiegen. Gleichwohl ist in der Langzeitbetrachtung im Vergleich mit dem Durchschnittswert der letzten 10 Jahre (6447) ein Rückgang auf 5676 in 2011 zu konstatieren.

Minister Stephan Toscani: „Den positiven Langzeittrend im Saarland führen wir auf unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zurück.“

Im Rahmen der Verkehrsüberwachung kontrollierte die Polizei im letzten Jahr allein bei vier landesweiten Kontrolltagen etwa 21% des saarländischen Fahrzeugbestandes (148.030 Fahrzeuge). Zusätzlich intensiviert die Polizei ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion auch in der Verkehrsüberwachung durch länderübergreifende gemeinsame Kontrollen.

Erfreulich ist der Rückgang der Getöteten gegenüber dem Vorjahr sowohl bei den Senioren (ab 65 Jahren) von 10 auf 9, wie auch bei den Motorradfahrern von 10 auf 6. Bedauerlicherweise wurde im Jahr 2011 ein Kind als Mitfahrer in einem Pkw bei einem Verkehrsunfall getötet.

Bei der Verletztenzahl ergibt sich in der Gesamtschau folgendes Bild:

764 Schwerverletzte bedeuten eine Steigerung um 19% gegenüber dem Vorjahr (642). Auch die Zahl der Leichtverletzten stieg um 3,4% auf 4871 (2010: 4713).

Die Zahl der registrierten Autobahnunfälle sank um 3,8% auf 2568, wobei gleichzeitig die Verunglücktenrate leicht um 0,8% (von 504 auf 508) anstieg.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg zwar von 740 in 2010 auf 742 (+0,3%) im Jahr 2011 an, jedoch sank erfreulicherweise die Zahl der hierbei Verunglückten um 3,2% auf 368 (2010: 380).

Bei den motorisierten Zweiradfahrern ging die Zahl der Getöteten um 40 Prozent (von 10 auf 6) zurück, obwohl sie öfter an Verkehrsunfällen beteiligt waren (2010: 832; 2011: 926).

2011 ergaben sich gegenüber den Vorjahren keine grundlegenden Änderungen bei den Hauptunfallursachen. Die Missachtung der Vorfahrt / des Vorrangs bleibt weiterhin die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Auf den Autobahnen dominiert dagegen eindeutig die überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit als Ursache für Verkehrsunfälle mit schweren Folgen.

Der Anteil der Unfallursache Alkohol / Drogen stieg im Jahr 2011 auf 9,1% (2010: 4%). Der volkswirtschaftliche Schaden durch Verkehrsunfälle stieg im Jahr 2011 auf 375,8 Millionen Euro (2010:364,4) an.

Die Zusammenarbeit von Landesinstitut für Präventives Handeln, der Verkehrsunfallkommissionen sowie die externen öffentlichen und privaten Verkehrssicherheitsträger (ADAC, Fahrlehrerverband) mit der Polizei soll auch in Zukunft durch die Entwicklung von Handlungs- und Einsatzkonzepten (u.a. Aktion SAARBOB, Gemeinschaftsaktion „Verkehrssicherheit –jetzt“, Konzeption „Sicherer Schulweg“ etc.) zu einer weiteren Steigerung der Verkehrssicherheit führen.

Leider stieg die Anzahl der getöteten / schwerverletzten „Jungen Fahrer“ (18-24 Jahre) von 111 (davon 102 Schwerverletzte, 9 Getötete) auf 145 (davon 133 Schwerverletzte, 12 Getötete). Positiv ist allerdings, dass zwischenzeitlich 46% der 17-jährigen Führerscheinneulinge am „begleiteten Fahren“, ein Projekt in dem das Saarland eine Vorreiterrolle übernommen hatte, teilnehmen. Dies gibt Anlass zu der Hoffnung, dass sich dies auf die Altersgruppe der 18-24 Jährigen in Zukunft positiv auswirken wird.

Der saarländische Innenminister Stephan Toscani stellte auch für das Jahr 2012 in Aussicht, dass die saarländische Polizei zur Steigerung der Verkehrssicherheit den Kontrolldruck hochhalten wird. Das Augenmerk gilt dabei der Bekämpfung der Hauptunfallursachen.

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