Verkehrsunfallbilanz 2011

28. Februar 2012 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Verkehr | Drucken

Weniger Unfälle, aber mehr Verletzte und Tote. Das ist die Bilanz des Verkehrssicherheitsberichts 2011 der schleswig-holsteinischen Landespolizei, den Innenminister Klaus Schlie und Landespolizeidirektor Burkhard Hamm am Montag (27. Februar) der Presse in Kiel vorstellten. Danach ereigneten sich auf den Straßen Schleswig-Holsteins im vergangenen Jahr insgesamt 70.541 Unfälle. Dabei wurden 15.222 Menschen verletzt; 120 Personen kamen ums Leben. Im Vergleich zu 2010 bedeutet das einen Rückgang der Gesamtunfallzahlen um zwei Prozent bei gleichzeitig sieben Prozent mehr Verletzten und einer Zunahme von zwölf Toten.

„“Diese Entwicklung hat die Polizei erwartet und im Verkehrssicherheitsbericht des vergangenen Jahres bereits prognostiziert““, sagte Schlie. 2011 habe man einen vergleichsweise normalen Winter gehabt. Widrige Straßenverhältnisse waren eher die Ausnahme. Im Gegensatz zu 2010: Da gab es bis in den März hinein winterliche Straßenverhältnisse und auch der Dezember 2010 war durch Schnee, Matsch und Eis gekennzeichnet. Für 2010 lautete daher die Bilanz: Mehr Unfälle, aber weniger Tote und Verletzte. „“Bei Schnee und Eis geschehen zwar häufiger Unfälle, die Folgen sind aber weniger drastisch““, sagte der Minister.

Die gestiegene Zahl der Toten und Verletzten in 2011 dürfe niemand kleinreden. Hinter diesen Zahlen stünden Schicksale von Menschen und das Leid der Angehörigen. „“Wir werden uns mit diesen Zahlen nie abfinden““, sagte Schlie. Bei aller emotionalen Betroffenheit über jeden, der im Straßenverkehr verletzt worden oder zu Tode gekommen sei, müsse man die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik sachlich analysieren. „“Im nüchternen Urteil der Fachleute setzt das vergangene Jahr den langfristigen und insgesamt positiven Trend fort““, sagte der Minister. In der statistischen Betrachtung sei 2010 ein untypisches Jahr gewesen.

Mit 120 tödlich Verunglückten war 2011 das Jahr mit der zweitniedrigsten Zahl von Verkehrsunfalltoten seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik vor mehr als 60 Jahren. Den Tiefststand registrierte die Polizei 2010. Damals verloren 108 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben. „“Jeder Verkehrstote ist einer zu viel““, sagte der Minister. Statistisch gesehen würden jeden Tag 42 Menschen im Straßenverkehr verletzt; an jedem dritten Tag sei ein Mensch an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben. „“Die Verkehrssicherheitsarbeit bleibt ein Schwerpunkt polizeilicher Alltagarbeit““, sagte Schlie.

Fast die Hälfte der Verkehrsunfalltoten und Schwerverletzten waren Fußgänger (16 Tote, 212 Schwerverletzte), Radfahrer (16 Tote, 449 Schwerverletzte) sowie Motorradfahrer und deren Mitfahrer (25 Tote, 356 Schwerverletzte). Unfälle mit Fußgängern (1.023 Unfälle; 3,6 Prozent mehr) Radfahrern (3.558 Unfälle; 10,5 Prozent mehr) und Motoradfahrern (1.796 Unfälle; 12,3 Prozent mehr) nahmen im vergangen Jahr zu. Erstmals seit vielen Jahren stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Kinder beteiligt waren (1.266 Unfälle; 8,9 Prozent mehr).

Für den Anstieg der Unfallzahlen bei den Rad- und Motorradfahrern macht die Polizei den milden Winter 2011 mit verantwortlich. Schlie kündigte an, dass die Verkehrspräventionsarbeit an Grundschulen mit den Themen „Sicherer Schulweg“ und „Radfahrausbildung für Kinder“ weiterhin stattfinden werde. „“Wir werden auch in Zukunft mit aller Kraft der gestiegenen Zahl von Unfällen mit Kindern entgegenwirken““, sagte Schlie.

Die drei häufigsten Hauptunfallursachen mit jeweils etwas mehr als einem Fünftel sind Missachtung der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren und nicht angepasste Geschwindigkeit. Auf den Rängen vier, fünf und sechs der Unfallursachen folgen mit weitem Abstand ungenügender Sicherheitsabstand (zehn Prozent), Alkohol und Drogen (neun Prozent) und Fehler beim Überholen (fünf Prozent).

Alkohol im Straßenverkehr gehört zwar nicht zu den drei Hauptunfallursachen, dennoch wird die Polizei nach Auskunft von Schlie auf dieses Delikt nach wie vor ein wachsames Auge werfen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahl der Verkehrsunfälle, bei dem ein Beteiligter unter der Wirkung von Alkohol stand, zurückging, registrierte die Polizei für 2011 eine Anstieg um 10,8 Prozent auf 1.501 Verkehrsunfälle. Alkohol war im vergangenen Jahr die Ursache für 15 Unfalltote.

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