Erster „Runder Tisch „Gegen Gewalt beim Fußball“

22. Februar 2012 | Themenbereich: Sachsen-Anhalt | Drucken

Am heutigen Tag wurde der Einladung zum ersten von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) initiierten Runden Tisch „Gegen Gewalt beim Fußball“ mit großem Interesse gefolgt. Es fanden sich neben dem Innenminister Vertreter des Fußballverbandes des Landes, des Landessportbundes, der Fußballvereine des 1. FCM, des HFC und von Germania Halberstadt und Stadienbetreiber ein.

„Fußball ist Bestandteil unseres Lebens und daraus nicht mehr wegzudenken“, formulierte Innenminister Stahlknecht treffend.

Bundesweit stellt der Umgang mit gewaltbereiten und gewalttätigen Fußballfans die Sicherheitsbehörden jedoch vor große Herausforderungen. Kein anderer Sport erfordert mehr polizeiliches Handeln. Das Image der Vereine leidet ebenso darunter wie der Eindruck Sachsen-Anhalts nach außen. Auch sind friedliche Fans und unbeteiligte Bürger die Leidtragenden.

Ziel des Runden Tisches ist es, einen Dialog zwischen allen Beteiligten zu führen und auf der Basis des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit ein Konzept für Sachsen-Anhalt aufzubauen. Es gilt Grenzen zu setzen, die nicht überschritten werden dürfen und verbindliche Regelungen gemeinsam aufzustellen.

Der „Runde Tisch“, der im Herbst 2012 wieder im Sportministerium stattfinden wird, soll dazu dienen,

 

  •  Fanprojekte zu evaluieren und weiterzuentwickeln,
  •  Konfliktträchtige Themen zu erkennen,
  •  Konzepte neu auszurichten,
  •  Personal zu qualifizieren,
  •  Vertrauen und gegenseitiges Verständnis aufzubauen,
  •  Hindernisse zu erkennen und zu überwinden und
  •  gemeinsame Interessen zu bündeln.

 

„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, aber im Dialog bleiben. Bewährtes wollen wir übernehmen und weiterführen, bisher nicht erfolgreiche Projekte verändern und Neues einbringen. Im Mittelpunkt sollen der Fußball, die Vereine und die begeisterten Fans stehen und die positiven Wirkungen dieser Sportart repräsentieren. Diesem Image sollte nicht durch gewaltbereite Fans und deren Zerstörungspotential geschadet werden“, sagte Stahlknecht.

 

Hintergrund:

 

Insgesamt sind im Fußball in Sachsen-Anhalt 847 Vereine mit ca. 95.780 Mitgliedern organisiert. Mit Germania Halberstadt, dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC gibt es drei Mannschaften, die der Regionalliga Nord angehören.

Die Polizei in Sachsen-Anhalt unterscheidet drei unterschiedliche Fangruppen. Kategorie A = friedliche Fans, Kategorie B = bei Gelegenheit gewaltgeneigte Fans, Kategorie C = zur Gewalt entschlossene Fans.

Aufgrund von besonderen Ereignissen und Spielen können die Zahlen abweichen, jedoch werden potentiell aufgrund von Erfahrungswerten vermutet beim

  •  1. FCM in der Kategorie B ca. 400 Fans, in der Kategorie C ca. 60 Fans,
  •  beim HFC in der Kategorie B ca. 130 Fans, in der Kategorie C ca. 30 Fans,
  •  beim VfB Germania Halberstadt in der Kategorie B ca. 16 Fans, in der Kategorie C zwei Fans.

 

Mit Stand von November 2011 waren 12.934 Personen in der Datei Gewalttäter Sport erfasst. Davon stammen 508 aus Sachsen-Anhalt.

 

 

 

 

 

 

1 Kommentar
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  1. Wenn ihr anfangt einen dialog zu führen , dann bringt ihn auch zu ende und versucht bitte einfach mal auch ultras zu verstehen … Geht auf fanprojekte positiv ein und setzt euch auch auserhalb vom stadion mit den ultras zusammen.

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