Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus“

20. Februar 2012 | Themenbereich: Justiz, Sachsen-Anhalt | Drucken

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus. Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes. Sachsen-Anhalt.“ referiert Frau Dr. Ute Hoffmann, Leiterin der Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg, über die NS-Gesundheits- und Rassenpolitik und deren Auswirkungen auf Halberstadt.

Die Vortragsveranstaltung findet statt am

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:30 Uhr

Gleimhaus Halberstadt

Domplatz 31, 38820 Halberstadt

1934 nahm am Landgericht Halberstadt ein so genanntes Erbgesundheitsgericht seine Tätigkeit auf. Unter Vorsitz eines Juristen und unter Beteiligung von Ärzten ergingen Beschlüsse für die zwangsweise Sterilisation von kranken, behinderten oder sozial auffälligen Menschen. Durchgeführt wurden die Operationen vor allem im Salvator-Krankenhaus Halberstadt und einer ebenfalls in Halberstadt beheimateten Privatfrauenklinik.

Zum gesundheitspolitischen Vorgehen des NS-Regimes gegen „Minderwertige“ und „Unerwünschte“ gehörte neben der Zwangssterilisation auch der Mord. Mindestens 35 Männer, Frauen und Kinder aus Halberstadt wurden in der Gaskammern der „Euthanasie“-Anstalt getötet. Bis auf Ausnahmen wie Lothar Kreyssig protestierten die Vormundschaftsrichter nicht, wenn es um das Leben der ihnen anvertrauten Menschen ging.

Der Vortrag gibt einen Überblick über das historische Geschehen in diesen beiden Bereichen und die Auswirkungen auf Menschen aus und in Halberstadt.

Die Wanderausstellung „Justiz im Nationalsozialismus“ ist noch bis Freitag, 24. Februar 2012 im Amtsgericht Halberstadt zu sehen.