Geltende Beurteilungsrichtlinien sind dringend reformbedürftig!

16. Februar 2012 | Themenbereich: Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Die Beförderungsrichtlinien für die niedersächsische Polizei wurden 2008 neu formuliert. In den Grundsätzen zu den Beurteilungen ist die Feststellung des Leistungsstandes, regelmäßige Mitarbeitergespräche und Gender Mainstreaming verankert.

Im Gegensatz zu der vorherigen Quotenregelung wurde die pedantische Anwendung der Gaußschen Normalverteilungskurve eingeführt, die mit Ausnahmen in den Behörden und dem Innenministerium konsequent bei den niedersächsischen Polizeidienststellen durchgesetzt wird. In der Anwendung wird die prozentuale Verteilung der Wertstufen rein rechnerisch in den Mittelpunkt gerückt und die Feststellung des tatsächlichen Leistungsstandes der/des zu Beurteilenden spielt eine untergeordnete Rolle.

In den Dienststellen werden aufwändige Beurteilungsgespräche – Maßstabsbesprechungen – unter den Beurteilern mit dem Ziel geführt, der übergeordneten Behörde eine prozentuale Verteilung der Wertstufen entsprechend der Gaußschen Normalverteilungskurve zu melden. Hierfür werden Beförderungschancen, das Alter, Dienstposten und die gleichmäßige Verteilung der Wertstufen auf die Organisationseinheiten in die Waagschale geworfen.

Die tatsächliche Arbeitsleistung als Gegenstand der Beurteilung ist in den Hintergrund gerückt. Dies wird offensichtlich auch in den Behörden so gesehen, die in den Ausschreibungen zur Bewerbung in die Aufstiegsausbildung 2. Einstiegsamt der 2. Laufbahngruppe im Anforderungsprofil „weit überdurchschnittliche Leistungen“ erwarten, andererseits sich in den Voraussetzungen für die Bewerbung mit der Wertstufe „C-Mitte“, also durchschnittliche Leistungen, zufrieden geben.

Die Umsetzungen der derzeitigen Beurteilungsrichtlinien sind aus dem Ruder gelaufen und führten zu einer überwiegend falschen Bewertung der Arbeitsleistung der Kolleginnen und Kollegen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert daher eine Überarbeitung der Beförderungsrichtlinien mit dem Ziel der Beurteilung nach Leistung und nicht nach Einhaltung mathematischer Quoten.

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