Gewerblicher Güterverkehr: mehr Beanstandungen, weniger Unfälle

13. Februar 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

„Wegen gravierender Verstöße gegen die Arbeitszeit oder wegen technischer Mängel musste die Polizei im vergangenen Jahr 5.315 Mal die Weiterfahrt von Lastwagen untersagen. Denn bei ihnen sind die Unfallfolgen wegen der Größe und Masse oft verheerend.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall in Stuttgart, als er die Ergebnisse der polizeilichen Kontrollen und die Unfallzahlen des Gewerblichen Güterverkehrs vorstellte. Im vergangenen Jahr seien 74.537 Verstöße gegen die vorgeschriebene Arbeitszeit festgestellt worden und bei der Überprüfung des technischen Zustandes hätten 17.516 Fahrzeugen erhebliche Mängel aufgewiesen.

Die Polizei habe im vergangenen Jahr 15.119 Unfälle mit Beteiligung von Fahrzeugen des Gewerblichen Güterverkehrs aufnehmen müssen, 5,3 Prozent weniger als 2010 mit 15.961. Dabei seien 100 Personen tödlich (2010: 117, – 14,5 Prozent), 854 schwer (2010: 790, + 8,1 Prozent) und 3.436 leicht (2010: 3.557, – 3,4 Prozent) verletzt worden. Bemerkenswert sei, dass 10.261 der Unfälle durch Lkw-Fahrer verursacht wurden. „Diese Quote von 67,9 Prozent unterstreicht, wie notwendig unsere gezielten Kontrollen sind. Der Rückgang der Unfallzahlen kann als kleiner Erfolg verbucht werden“, sagte der Innenminister.

Gall: „Lkw-Fahrer tragen eine besondere Verantwortung. Sie sollten zum Schutz anderer Verkehrsteilnehmer Umsicht und Vorsicht walten lassen.“ Das Risiko, bei einem Unfall schwere Verletzungen zu erleiden, sei für die Insassen von „kleineren“ Fahrzeugen wesentlich höher als für einen Lastwagenfahrer. Trauriger Beleg für diese Feststellung seien die 18 Lkw-Insassen und 82 anderen Verkehrsteilnehmer, die ihr Leben verloren hätten.

Die Polizei habe im vergangenen Jahr 166.200 Fahrzeuge des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs kontrolliert und 68.741 (41,4 Prozent) beanstandet. Zwar seien 2011 weniger Fahrzeuge als 2010 (173.883) kontrolliert worden, jedoch sei die Beanstandungsquote um 1,3 Prozent höher gewesen. Immer wieder würden bei den Kontrollen „schwarze Schafe“ auffallen, die mit Überladung Kosten sparen wollen. Durch die Überladung eines 40-Tonners um 20 Prozent könne jede sechste Fahrt eingespart werden. Dadurch würde der Wettbewerb verzerrt und die Straßen übermäßig beansprucht. 2011 seien 810 Verfahren gegen Spediteure beschieden und ein zu Unrecht erlangtes Vermögen in Höhe von 1,9 Millionen Euro eingezogen worden. „Hier hilft nur das konsequente Abschöpfen der Gewinne“, betonte Innenminister Gall.

Die Strukturreform bei der Polizei werde gerade für die Verkehrssicherheitsarbeit von Vorteil sein. In den zukünftigen Verkehrspolizeidirektionen könne das für den Gewerblichen Güterverkehr erforderliche Spezialwissen des Kontrollpersonals gebündelt werden. Außerdem sei es künftig einfacher, die kostenintensive Verkehrsüberwachungstechnik effektiver einzusetzen. „Die Verkehrspolizei wird dadurch schlagkräftiger und besser aufgestellt sein. Mit gezielten und intensiven Kontrollen wird die Verkehrssicherheit erhöht und wir sorgen für einen fairen Wettbewerb“, sagte Gall.

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