Unsicherheit von Grundschülern im Straßenverkehr

10. Februar 2012 | Themenbereich: Hessen, Verkehr | Drucken

Kultusministerin Dorothea Henzler, Innenminister Boris Rhein und die Vorsitzende des Landeselternbeirats Kerstin Geis, brachten heute mit ihren Unterschriften den gemeinsamen Elternbrief „Verkehrserziehung und Mobilität“ auf den Weg.

Kultusministerin Dorothea Henzler und Innenminister Boris Rhein: „Wir wollen die Eltern mit diesem Brief über die Ursachen der wachsenden Unsicherheiten von Schülerinnen und Schüler im Straßenverkehr informieren. Gleichzeitig soll der Elternbrief auch Anstoß für die Erziehungsberechtigten sein möglichen motorischen Mängeln ihrer Kinder vorzubeugen.“ Zu den wichtigen Kompetenzen, die ein Schulkind erwerben muss, gehört die Fähigkeit, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Die schulische Verkehrserziehung trägt ihren Teil zum Kompetenzerwerb bei. Im dritten und vierten Schuljahr steht dabei das Fahrrad im Mittelpunkt der Verkehrserziehung. Gemeinsam mit der Polizei üben die Kinder das richtige Verhalten mit dem Rad im Straßenverkehr.

Dabei fällt den Verkehrserzieherinnen und – erziehern zunehmend auf, dass viele Kinder so große motorische Defizite haben, dass sie sich einer großen Gefahr aussetzen, wenn sie alleine im Straßenverkehr unterwegs sind.

Im Schuljahr 2009 / 2010 wurden bei 1,7 % der an der Radfahrausbildung teilnehmenden Kinder diese motorischen Defizite festgestellt, im Schuljahr 2010 / 2011 waren es bereits 3,4%, also doppelt so viele.

Innenminister Boris Rhein: „Die Fähigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, auf- und abzusteigen, zu bremsen, zu lenken, aber auch Kurven zu fahren und mit Handzeichen abzubiegen, bereiten unseren Kindern immer häufiger Schwierigkeiten. Auch wenn die Polizei schon durch zusätzliche Übungsstunden bemüht ist, die fehlenden motorischen Fähigkeiten auszugleichen, reicht das nicht. Deshalb wollen wir mit der Initiative die Eltern bitten mitzuhelfen dem Problem zu begegnen.“

Ausreichend Bewegung, wie beispielsweise Klettern oder Balancieren schult automatisch die motorischen Fähigkeiten, auch schon in der frühen Kindheit.

Kultusministerin Dorothea Henzler: „In Hessen kommt der Verkehrserziehung und der Mobilitätsbildung in allen Jahrgangsstufen eine große Bedeutung zu. Es beginnt mit dem Schulwegtraining der Schulanfängerinnen und Schulanfänger und erfährt in der Grundschule seinen Höhepunkt in der Radfahrausbildung durch die Jugendverkehrsschulen der Hessischen Polizei. Doch vor allem aufgrund von Bewegungsmangel bringen Kinder immer häufiger nicht mehr die notwendigen motorischen Voraussetzungen für die praktische Radfahrausbildung mit. Deshalb sind vielseitige Bewegungsangebote in der Schule so wichtig. Die Heinrich-Kromer-Grundschule ist hier vorbildlich.“

An vielen Schulen wird das Bewegungsangebot kontinuierlich ausgebaut. Dazu gehören beispielsweise Bewegungspausen, Sportfeste, Arbeitsgemeinschaften oder die Kooperation mit Sportverbänden. Die hessenweite Aktion „Zu Fuß zur Schule“ soll Kindern und Eltern die positiven Seiten des eigenständig zu bewältigenden Schulweges nahe bringen. Bei der Elterninitiative „Walking Bus“ werden Kinder auf dem Schulweg von Erwachsenen begleitet. Sie laufen wie ein Linienbus nach vereinbarten Haltestellen, festen Routen und Fahrzeiten.

 

 

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