Herausforderungden der Luftsicherheit

10. Februar 2012 | Themenbereich: Security | Drucken

Der Vorsitzende des Fachausschusses Aviation des BDSW BUNDESVERBAND DER SICHERHEITSWIRTSCHAFT, Waldemar Marks, eröffnete die 4. gemeinsamen Luftsicherheitstage von Bundespolizei und BDSW in Potsdam. Die Tagung stand unter dem Motto „Zukünftige Sicherheitsanforderungen in der Fluggast- und Frachtkontrolle“. Waldemar Marks ging in seiner Eröffnungsrede vor allem auf die Arbeitsbedingungen der ca. 7.000 Luftsicherheitsassistentinnen und Luftsicherheitsassistenten ein. „Die Arbeitsbedingungen“, so Marks, „haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Insbesondere durch den Druck der Airlines sei es in den letzten Jahren verstärkt zu extremen Kurzzeitschichten für die Kontrolleure gekommen. Gewerkschaften hätten deshalb schon Streiks angedroht. Zufriedene und motivierte Sicherheitsmitarbeiter seien Voraussetzung für eine qualifizierte Sicherheitsdienstleistung und im Interesse der Luftsicherheit. Marks informierte auch über die Qualitätsanstrengungen der BDSW-Mitgliedsunternehmen. Dies zeigten sich vor allem an der Mitarbeit der DIN EN 16082 Flughafen- und Luftsicherheitsdienstleistungen und der Erarbeitung eines „Handbuchs zur Vergabe von Aufträgen an private Luftsicherheitsdienste“ („Bestbieterkonzept“ unter: www.topqualityforaviationsecurity.org/)

Fast 250 Experten aus der Politik, von Behörden, Flughäfen, Airlines und privaten Sicherheitsdienstleistern kamen in Potsdam zusammen, um über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Luftsicherheit zu diskutieren. Für private Sicherheitsdienstleister sind die verschiedenen Aufgaben nach dem Luftsicherheitsgesetz in den letzten zehn Jahren zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor geworden. Ca. 15.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und Sicherheitsmitarbeiter arbeiten inzwischen an den deutschen Verkehrsflughäfen im Auftrag der Bundespolizei, der Fluggesellschaften und der Flughafenbetreiber.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung des Hauptgeschäftsführers des BDSW, Dr. Harald Olschok, diskutierten die Expertinnen und Experten insbesondere über das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit in der Luftsicherheit. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hatte in seinem Vortrag angekündigt, dass die DPolG den Verband Private Sicherheit (VPS) gegründet habe (www.vps.dpolg-berlin.de), der sich vor allem für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an Verkehrsflughäfen einsetzen werden. Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des BDF (Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften), Dr. Michael Engel, ging vor allem auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Fluggesellschaften ein. Der internationale Konkurrenzkampf werde immer härter. Die gesetzlichen – mit hohen Kosten verbundenen – Auflagen würden immer höher, deshalb müsse auf allen Ebenen der Prozesskette die Effizienz verbessert und die Kosten auf den Prüfstand gestellt werden. Der Referatsleiter Luftsicherheit im Bundespolizeipräsidium in Potsdam, Dr. Steffen Richter, gab einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen in der Luftsicherheit aus Sicht der Bundespolizei. Er warb dafür, durch einen intensiven fachlichen Austausch aller Akteure die Luftsicherheit in Deutschland permanent weiter zu entwickeln. Die technischen Überprüfungsmöglichkeiten müssten weiter verbessert werden. Der Mensch, ob bei der Bundespolizei oder bei privaten Sicherheitsdiensten, sei jedoch immer noch der entscheidende Faktor auch in der Luftsicherheit. Claudia Uhe, Vorsitzende der Geschäftsführung von Frasec und im Sicherheitsmanagement von Fraport tätig, war sich mit Rainer Wendt einig, die Qualifikation der Beschäftigten weiter zu verbessern. Sie wies auf die beiden Ausbildungsberufe der Sicherheitswirtschaft hin, die Service- und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Diese seien für komplexe Herausforderungen der Sicherheitswirtschaft entwickelt worden und würden in ihrem Unternehmen immer mehr eingesetzt. Der Leiter Sicherheit und Umweltschutz der Lufthansa Cargo AG, Harald Zielinski, zeigte eindrucksvoll die Komplexität der Herausforderung im Bereich der Fracht auf. Nicht alles was an Regularien aus Deutschland und vor allem Europa komme, sei nachvollziehbar. Die Airlines hätten selbst ein allerhöchstes Eigeninteresse, die Frachtsicherheit permanent zu verbessern. Dies sei mit enormen Investitionen verbunden. Waldemar Marks, der Vorsitzende des Fachausschusses Aviation, war stolz darüber, dass es dem Verband gelungen sei, fast 250 Experten nach Potsdam zu bekommen. In nur drei Jahren sei es gelungen, die gemeinsamen Luftsicherheitstage mit der Bundespolizei zu einem herausragenden Branchenevent zu machen. Deshalb werde es, nach Abstimmung mit dem Vizepräsidenten der Bundespolizei, Wolfgang Lohnmann, im nächsten Jahr die dann 5. Luftsicherheitstage in Potsdam geben.

 

 

 

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