Klau auf dem Bau: „Diebe stehlen sogar Radlader und Bagger“

6. Februar 2012 | Themenbereich: Kriminalität, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Zu Recht beklagen die Baufirmen einen zu geringen Aufklärungsdruck durch die Polizei in einem Artikel der Ostseezeitung vom 03.02.2012

Die Zahlen der entwendeten Baugeräte, aber auch die Zahlen von entwendeten Transportern, PKW und Motorrädern im Jahre 2011 ist alarmierend.

Die Polizei versucht seit Jahren, konkret seit der Grenzöffnung nach Osten, mit unterschiedlichen Konzepten dieser Sache Herr zu werden. Leider scheint der öffentliche Druck auf die Politik, die Justiz und die Polizeiführung nicht groß genug zu sein, um konsequent gegen dieses Kriminalitätsphänomen vorzugehen.

In der Politik scheint nicht angekommen zu sein, dass hier ein hoher Schaden entsteht, der sich nicht nur zu hunderttausenden Euro für die Bürger und Unternehmen summiert, sondern auch der Glaube an die Wehrhaftigkeit des Staates beschädigt wird.

Alleine die Verzögerung des neuen Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung durch die Bundesjustizministerin kostet viel Aufklärungspotential.

Auch die Polizeiführung von MV wurstelt auf diesem Gebiet vor sich hin und hat alleine in Rostock mit der Auflösung der erfolgreichen EG Kfz und der Installierung einer personell unterbesetzten und überalterten Nachfolgetruppe viele Möglichkeiten vergeben.

Eine zentrale Bearbeitung der Kfz-Kriminalität findet praktisch nicht statt. Jede Polizeidienststelle kämpft für sich, wo doch mindestens eine landesweite Bearbeitung erforderlich wäre.

Auch wenn Politiker, Mitarbeiter der Staatsanwaltschaften und der Gerichte in Gesprächen mit der Auffassung der Kriminalisten übereinstimmen, dass hier vorrangig bandenmäßig organisierte ausländische Gruppen am Werk sind, tun sie nichts dagegen, da die Gesetzeslage dagegen sprechen würde.

Wenn auf Grund von Ermittlungen oder der guten Arbeit der Kollegen von der Schutz- oder Bundespolizei einmal Täter auf frischer Tat ergriffen werden, so werden doch alle einzelnen Aufgriffe so behandelt, als wenn nur jeweils ein Täter handeln würde. Und so werden die Täter aus dem Gewahrsam der Polizei entlassen und oftmals nicht einmal dem Haftrichter vorgeführt. Bei solch inkonsequentem Handeln ist es nicht verwunderlich, wenn sich die Hintermänner geradezu eingeladen fühlen, in Deutschland mit immer wieder wechselndem, nicht vorbestraftem, „Personal“ als Fahrer der entwendeten Fahrzeuge, weiter zu agieren.

Wenn sich nicht grundsätzlich etwas an der Einstellung zu dem Kriminalitätsphänomen bei Politik, Justiz und Polizeiführung ändert, werden die Bürger und Unternehmen auch weiterhin einen zu geringen Aufklärungsdruck zu erwarten haben.

 

BDK Mecklenburg-Vorpommern

 

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