Keine Lobby für die Kripo!

6. Februar 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Thüringen | Drucken

Die Polizeistrukturreform in Thüringen nimmt ihren Lauf. Der Aufbaustab hat in der Andreasstraße in Erfurt seine Arbeit aufgenommen.

Die Reform der Kriminalpolizei sollte nur in geringem Umfang erfolgen und die Kripo davon kaum betroffen sein. Bei genauer Betrachtung muss der BDK Landesverband jedoch feststellen, dass erhebliche Einschnitte in der Stellenbewertung erfolgten. „Der Umgang mit der Kripo ist skandalös! Hier wird einem wichtigen Kernbereich der Polizei offenbar das erforderliche Interesse verweigert! Dies wird die Kripobeamten demotivieren“, so die Landesvorsitzende.

Und es stellt sich weiterhin die Frage, wer zukünftig noch Interesse an der Arbeit in der Kripo haben wird, wenn er keine Perspektive hat.

Ausbildung, Studium, ständige Weiterbildung, um mit der sich entwickelnden Kriminalität Schritt halten zu können und neue Bekämpfungsansätze zu entwickeln werden in Thüringen offenbar nicht belohnt. In den letzten Jahren hat sich der Arbeitsaufwand bei der Bearbeitung neuer Kriminalitätsphänomene unter Nutzung modernster Technologien und stetig steigender Beweisanforderungen stark verändert.

Der heutige Innenminister Jörg GEIBERT äußerte 2010: „Es geht um Fachlichkeit, alle anderen Probleme sind nachgeordnet.“ Und ganz aktuell äußerte er: “Das was wir im Moment bauen ist besser, als das was wir haben.“

Genau diese Zitate finden die Kriminalbeamten des Landes Thüringen in der vorliegenden Stellenbewertung (Organisations- und Dienstpostenplan) für die Dienststellen der Schutz- und Kriminalpolizei nicht wieder. So sollen bis 2020 nicht nur 26,8 % der Stellen in der Kripo abgebaut werden, sondern auch Stellen abgewertet werden.

Der BDK fordert eine Überarbeitung des vorliegenden Entwurfes und die Einlösung gegebener Versprechen durch Politik und Landesregierung. Kriminalitätsbekämpfung zählt zu den „Kernaufgaben des Staates“ und die gibt es nicht zum Nulltarif!

Wachsende Aufgaben und gleichzeitiger Stellenabbau zuzüglich einer Abwertung von Stellen in der Kriminalpolizei, dies wird nicht folgenlos bleiben und ist abzulehnen.

 

Der Landesvorstand

 

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