25. Katastrophenschutzstammtisch

3. Februar 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Seit Oktober 2003 kommen etwa drei Mal pro Jahr rund 25 Personen aus Politik, Behörden des Bundes, der Länder und der Träger des Bevölkerungsschutzes und der Katastrophenhilfe, wie u. a. BMI, BBK, THW, DFV und Vertreter aller Hilfsorganisationen (DLRG, DRK, Die Johanniter, Malteser Hilfsdienst und Arbeiter-Samariter-Bund), auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Gerold Reichenbach zu einem informellen Treffen in Berlin zusammen.

Bei diesen Treffen tauschen sich Praktiker, Mitgliedern aus Politik und Behörden sowie Fachleute in einem zwanglosen Rahmen über aktuelle Entwicklungen und Probleme im Bereich des Bevölkerungsschutzes und der Katastrophenhilfe aus. Am 24. Januar 2012 fand in dieser so genannte Katastrophenschutzstammtisch zum 25. Mal statt. Die Schirmherrschaft über dieses Treffen, welche zwischen den Teilnehmern wechselt, hatte dieses Mal das BMI und in seinem Auftrag das BBK als Fachbehörde für den Bevölkerungsschutz übernommen.

Anlässlich des Jubiläums wurde eine besondere Veranstaltungsörtlichkeit gewählt, welche die aktuellen Themenschwerpunkte (Cyberabwehr und Auswertung des Vierten Gefahrenberichts der Schutzkommission) auf besondere Weise akzentuierte:

Der Verein Berliner Unterwelten e.V. ermöglichte zum Auftakt des Treffens mittels einer kundigen Führung durch einen Schutzraum aus dem Kalten Krieg einen historischen Blick in die Zeit vergangener Gefahren. Rund um das unter Denkmalschutz stehende Areal der unterirdischen U-Bahnhöfe Gesundbrunnen bis Pankstraße mit Anlagen aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg erschloss sich den Gästen eine unbekannte Welt, die durch den Einsatz der Berliner Unterwelten e.V. als ein Teil der deutschen Geschichte sichtbar wird und erhalten bleibt. Zwar befinden sich noch zahlreiche Schutzräume aus dieser Zeit in der Bundesauftragsverwaltung und damit im Zuständigkeitsbereich des BBK, allerdings hat die Bundesregierung im Zuge der geänderten Bedrohungslage nach Ende des Kalten Krieges das Konzept der Schutzraumvorhaltung im Jahr 2007 aufgegeben. Das BBK ist in Zusammenarbeit mit anderen Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden für die Rückabwicklung der noch verbleibenden Schutzräume zuständig. In Berlin haben die Berliner Unterwelten e.V. bereits 1997 begonnen, in der Tiefe verborgene Bereiche der Stadt einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. So befinden sich in Berlin mittlerweile auch einige Schutzräume, welche im Rahmen von Führungen durch die Berliner Unterwelten e.V. mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten begangen werden können. Mittlerweile hat sich das Konzept zu einer touristischen Attraktion mit großer Resonanz entwickelt und dient als Vorbild für den Umgang mit dieser Art Bauten nach Entwidmung in anderen Städten in und außerhalb Deutschlands. Aber auch verschiedene Bildungsseminare, Ausstellungen und die Publikation eines eigenen Magazins sowie von fachspezifischen Büchern stehen auf dem Programm der Berliner Unterwelten e.V. und seiner engagierten Mitarbeiter.

Mit historischen Fakten und der einen oder anderen Anekdote aus einer vergangenen Zeit versehen, kamen die Teilnehmer im Anschluss an die Führung in dem Seminarraum der Berliner Unterwelten e.V. zusammen. In diesem versteckten, geräumigen Raum innerhalb des besichtigten unterirdischen Gebäude- und Röhrenkomplex tauschten sich die Gäste nunmehr bei einer echten Berliner Currywurst mit Schrippe und Getränken über aktuelle Gefahren aus.

Insgesamt waren sich alle Teilnehmer einig: dem BBK war es mit den Berliner Unterwelten e.V. gelungen, eine besondere Location zu einem besonderen Anlass bereitzustellen, welche die historische Entwicklung und aktuelle Bandbreite des Bevölkerungsschutzes auf eine ungewöhnliche Weise im wahrsten Sinne des Wortes „zu Tage förderte“!

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