Anwaltliche Beratungsstellen werden Dauereinrichtung

27. Januar 2012 | Themenbereich: Justiz, Sachsen | Drucken

Die im Rahmen des Pilotprojekts in verschiedenen sächsischen Städten eingerichteten anwaltlichen Beratungsstellen sollen dauerhaft weitergeführt werden. Darauf haben sich nach erfolgreichem Abschluss der Erprobungsphase der Sächsische Justizminister Dr. Jürgen Martens und der Präsident der Rechtsanwaltskammer Sachsen Dr. Martin Abend in Abstimmung mit dem Sächsischen Anwaltverband verständigt.

Dr. Jürgen Martens: »Die Anwaltlichen Beratungsstellen haben sich als wahres Erfolgsmodell erwiesen. Hilfe suchende Bürgerinnen und Bürger können so schnell, unbürokratisch und ohne großen finanziellen Aufwand Rechtsrat durch einen Anwalt erhalten. Deshalb werden wir die Beratungsstellen gemeinsam mit der Rechtsanwaltskammer Sachsen aufrechterhalten.«

Dr. Martin Abend: »Die Erfahrungen zeigen, dass vielen Bürgerinnen und Bürgern bereits mit einem ersten anwaltlichen Beratungsgespräch, welches vertraulich und unabhängig ist, weitergeholfen werden kann. Dies zeigt die besondere Qualität der Beratung. Ich danke den über 230 sächsischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, die bislang die Gespräche in den Beratungsstellen führten, für ihr soziales Engagement.«

Das Pilotprojekt »Anwaltliche Beratungsstellen« startete im Jahr 2009 im Freistaat Sachsen in seine Erprobungsphase. Ziel des Projektes ist es, finanziell bedürftigen Personen auf unkomplizierte Weise professionell mit rechtlichem Rat zu unterstützen und den Bürgerinnen und Bürgern die Kontaktaufnahme mit Rechtsanwälten und der Justiz zu erleichtern. Von Juni 2009 bis September 2009 wurden zunächst insgesamt sieben anwaltliche Beratungsstellen in den Amtsgerichten Löbau und Torgau sowie in den Rathäusern der Städte Großenhain, Neustadt, Limbach-Oberfrohna und Bischofswerda und in der Zweigstelle des Landratsamtes in Delitzsch eröffnet. Im Frühjahr 2011 kamen weitere Beratungsstellen in Reichenbach und in der Landeshauptstadt Dresden hinzu.

Die Auswertung des Pilotprojektes ergab eine positive Bilanz: Bis Ende November 2011 haben insgesamt 3.792 Rechtssuchende die anwaltlichen Beratungsstellen aufgesucht (I). Fast die Hälfte aller Anliegen konnten direkt vor Ort abschließend geklärt werden, in den anderen Fällen bedurfte es anschließend weiterer Beratung. Mehr als 97 % der Bürgerinnen und Bürger, die die rechtliche Unterstützung der Beratungsstellen in Anspruch nahmen, waren mit der Beratung zufrieden, wie die Auswertung des Pilotprojektes ergab. Aufgrund dieses Erfolges soll das Projekt nunmehr dauerhaft fortgeführt und zukünftig auf weitere Standorte in Sachsen ausgedehnt werden.

 

(I) Daraus ergibt sich durchschnittlich pro Besuchertag 5 Rechtsuchende pro Rechtsanwalt.

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