Staat muss Nachwuchs offensiv umwerben

26. Januar 2012 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht | Drucken

Der dbb Bundesvorsitzende hat seinen Appell bekräftigt, mehr für die Nachwuchsgewinnung im öffentlichen Dienst zu tun. „Der Staat muss die jungen Leute offensiv umwerben“, schreibt Heesen in einem Gastkommentar für die „Mittelbayerische Zeitung“. „Augsburg, Würzburg, Regensburg, Bayreuth, Landshut und Ansbach: Gemeinsam haben diese Städte etwas mehr als 700 000 Einwohner. Das entspricht ungefähr der Zahl der Menschen, die in den kommenden zehn Jahren aus Altersgründen aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden und in den Ruhestand treten“, rechnet der dbb Chef vor.

„Das ist fast jeder fünfte Beschäftigte. Um sie zu ersetzen, müssen wir den öffentlichen Dienst dringend reformieren.“ Bereits heute fehle in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes Personal: beispielsweise über 15 000 fehlende Stellen bei der Finanzverwaltung, mehr als 20 000 fehlende Lehrer, mehr als 10 000 fehlende Polizisten und über 8000 fehlende Stellen bei den Straßenmeistereien.

„Wir sparen uns durch bis zur Handlungsunfähigkeit“, warnt Heesen. „Wir müssen also mindestens die erwähnten 700 000 Beschäftigten ersetzen. Und zwar in einer Zeit, in der das Arbeitskräfteangebot dank des starken Geburtenrückgangs seit den 90er Jahren immer knapper wird, der öffentliche Dienst im Werben um den Nachwuchs in immer größerer Konkurrenz mit der freien Wirtschaft steht. Umfassende Reformen sind daher unausweichlich. Die Arbeitsbedingungen müssen attraktiver werden. Dazu gehören höhere Einstiegsgehälter, bessere Aufstiegschancen sowie eine interne Fachhochschulausbildung, um den Nachwuchs frühzeitig an den Staat zu binden. Wir brauchen im Staatsdienst die jungen Menschen, von denen wir aus vielfältigen Aktivitäten, wie dem Bundesfreiwilligen-Dienst, wissen, dass für sie der Dienst an der Gemeinschaft als normal ngesehen wird. Sie wollen der Zukunft unserer Gesellschaft ein Gesicht geben – ihr Gesicht.“

Auch Frauen, Migranten sowie ältere und behinderte Menschen müssten stärker als bisher umworben und in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dazu seien beispielsweise neue Arbeitszeitmodelle und flexible Altersgrenzen, ein wirksameres Gesundheitsmanagement und mehr Fort- und Weiterbildung notwendig. Natürlich werde all das Geld kosten, räumt Heesen ein. „Aber mehr und bessere Bildung, höhere innere und äußere Sicherheit, beste Gesundheitsdienste, schnellste, schlaglochfreie Verkehrswege und umfassende Infrastruktur gibt es nicht zum Nulltarif.“

 

 

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