BBK zu Besuch beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

26. Januar 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Am 16. Januar 2012 besuchte der Präsident des BBK, Christoph Unger, gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung Forschung und Technik, Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz, Dr. Karsten Michael, sowie der Leiterin des Präsidialbüros, Dr. Miriam Haritz, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Niedersachsen.

Zusammen mit dem Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Gesundheit, Dr. Wolfgang Weiss, sowie dem Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Umwelt, Dr. Gerald Kirchner, stellte der Präsident des BfS, Wolfram König, den Besuchern aus dem BBK nicht nur die Aufgaben seines Amtes dar, sondern erläuterte auch aktuelle Forschungsentwicklungen und die Schnittstellen beider Ämter.

Das BfS wurde 1989 in der Folge des Reaktorunfalls von Tschernobyl im Jahr 1986 gegründet. Im Ressortbereich des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) angesiedelt, gewährleistet das BfS die Sicherheit und den Schutz von Mensch und Umwelt vor Schäden durch ionisierende (z.B. Röntgendiagnostik, Kerntechnik) und nicht-ionisierende (z.B. UV, Mobilfunk) Strahlung. In diesen Themengebieten besteht eine starke inhaltliche Nähe zu Themen des Bevölkerungsschutzes, die sich bereits in der Vergangenheit auch in der Zusammenarbeit mit dem BBK gezeigt hat:

So wurde das ursprünglich von der Vorgängerbehörde Bundesamt für Zivilschutz (BZS) entwickelte Integrierte Mess- und Informationssystems für die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (IMIS) durch das BfS ausgebaut und dient heute mit 1800 Messstellen in ganz Deutschland der schnellen Erfassung einer radiologischen Lage in einer Unfallsituation. Die Warnzentrale des BBK ist dabei in Teilen an dieses System angeschlossen.

Im Bereich der Notfallvorsorge für eine Unfallsituation mit Strahlenbelastung wurde ein Konzept zur Verteilung von Jodtabletten erarbeitet, an dessen Umsetzung beide Behörden beteiligt sind:

Um im Ereignisfall der betroffenen Bevölkerung eine Jodblockade zu ermöglichen, hat der Bund Vorräte an Jodtabletten beschafft. Diese wurden für einen 25-km-Radius um das jeweilige Kernkraftwerk (KKW) den Ländern übergeben, darüber hinaus werden sie für den Planungsbereich bis 100 km um das jeweilige KKW in acht zentralen Lagern vorgehalten. Von dort müssen die Tabletten dann in einer Unfallsituation zu Hauptanlieferungspunkten im betroffenen Gebiet verbracht werden. Das BfS koordiniert die zentrale Lagerung und die Verteilung der Jodtabletten in einer Unfallsituation für Bund und Länder außerhalb des 25-km-Radius. Die Koordinierung des Transports wurde 2011 durch das BMU mit Zustimmung des Bundesministeriums des Innern dem BBK übertragen.

Reale Ereignisse wie die Vorbereitung des Wiedereintritts des Röntgensatelliten ROSAT im Jahr 2011 oder aber Übungsszenarien wie die LÜKEX 09/10, in der es um das Krisenmanagement rund um einen Anschlag mit einer sog. „schmutzigen Bombe“ ging, haben überdies deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich ressortübergreifend auszutauschen und abzustimmen (Stichwort: Risiko- und Krisenkommunikation).

Zum Aufgabenbereich des BfS gehört auch die Errichtung, der Betrieb und die Stilllegung von Endlagern für radioaktive Abfälle nach dem Atomgesetz. Zum 1. Januar 2009 wurde dem BfS von der Bundesregierung der Betrieb des Endlagers Asse II bei Wolfenbüttel nach Atomrecht übertragen. Ein Rundgang an der Infostelle Asse, in der Computeranimationen und Modelle die Geschichte, den Zustand und die Zukunft des Endlagers darstellen, rundete den Besuch des BBK in Remlingen ab. Anschließend wurde den Besuchern eine Besichtigung der Schachtanlage Asse II unter Tage ermöglicht. Die Teilnehmer fuhren dabei mit entsprechender Ausrüstung und begleitet von dem „Glück Auf“-Gruß der Bergleute in den Schacht bis in 750 m Tiefe ein und wurden dort durch die verschiedenen Stellen der Anlage geführt, die in der aktuellen Diskussion um die Asse eine Rolle spielen.

Der Nutzen ressortübergreifender Zusammenarbeit bei einem Querschnittsthema wie dem Bevölkerungsschutz wurde bei diesem Besuch erneut deutlich. Damit auch in Zukunft ein intensiver Austausch stattfinden kann und mögliche Kooperationen festgelegt werden können, ist ein Besuch des BfS im BBK in Bonn geplant.

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