Einsatzbilanz der Polizeihubschrauberstaffel

22. Januar 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Polizei | Drucken

„57 hilflose Vermisste konnten im vergangenen Jahr mit Hilfe der Polizeihubschrauber im Land gerettet werden.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall zur Einsatzbilanz der Hubschrauberstaffel in Stuttgart. Allein diese Schicksale verdeutlichten, dass ein solch effektives Einsatzmittel nicht nur unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit betrachtet werden dürfe. In vielen Einsätzen habe sich die Unterstützung für die Polizeibeamten durch die fliegenden Kollegen als außerordentlich hilfreich erwiesen.

2.280 Einsätze hätten zu 2.977 Flugstunden geführt, davon 528 zur Nachtzeit. 773 Mal hätten die Besatzungen der Hubschrauber zur Suche nach vermissten Personen abgehoben. 71 Menschen konnten durch den Einsatz der am Flughafen in Stuttgart beheimateten Staffel aufgefunden werden. Leider kam dabei für 14 Vermisste jede Hilfe zu spät. 424 Flugstunden seien auf die Fahndung nach Straftätern entfallen. „17 Straftäter konnten dank der Unterstützung aus der Luft von den Kollegen am Boden festgenommen werden“, sagte Innenminister Gall.

Die restlichen Einsätze hätten sich größtenteils auf Verkehrsaufklärung, größere Schadensereignisse und Gewässerüberwachung verteilt. Auch bei Großveranstaltungen sei der Einsatz der Hubschrauberstaffel, bei häufig komplexem Verkehrsgeschehen, inzwischen unerlässlich. Hervorzuheben sei der Besuch des Papstes in Freiburg im vergangenen Jahr. Hier habe im Wesentlichen der Schutz der Veranstaltung vor Störungen aus der Luft im Vordergrund gestanden. Auch am 1. Mai hätten die Piloten in Heilbronn bei einer Demonstration aus dem rechten Spektrum zum erfolgreichen Ablauf des Großeinsatzes beigetragen.

„Aber auch Einzelschicksale belegen die besondere Bedeutung der Polizeihubschrauber“, sagte Gall. So habe sich die Besatzung eines Hubschraubers im Sommer zur Verkehrsaufklärung über der Autobahn A6 bei Öhringen (Hohenlohekreis) befunden. Dort hätte sich nach einem schweren Verkehrsunfall ein elf Kilometer langer Stau gebildet, indem sich bei extremen Temperaturen auch eine Mutter mit ihrem Säugling befunden habe. Nachdem sich Angehörige verzweifelt an die Polizei gewandt hätten, sei es der Hubschrauberbesatzung gelungen, das Fahrzeug der Frau auszumachen und die Rettungskräfte zu ihr zu lotsen.

„Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Staffel für Ihre wichtige und leider auch nicht ungefährliche Arbeit“, betonte Innenminister Gall. Seine Gedanken seien dabei auch bei dem Piloten, dem Co-Piloten und der Beamtin, die im Mai des vergangenen Jahres bei der Suche nach einem vermissten Menschen mit dem Hubschrauber über einem Waldgebiet bei Pforzheim abgestürzt seien. Kleines Glück im Unglück sei, dass ihre Gesundheit weitgehend wiederhergestellt werden konnte.

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