Reform der Hochschule der Polizei auf der Zielgeraden

18. Januar 2012 | Themenbereich: Hamburg, Polizei | Drucken

Aktuell werden zwar noch die einzelnen Modelle des neuen Ausbildungskonzeptes parteiübergreifend diskutiert, aber noch im Januar soll ein Ergebnis präsentiert werden. Und die Signale sind deutlich: Zukünftig sollen die Ausbildung zum LA I, die Studiengänge zum LA II und LA III (1. Jahr) sowie die polizeiliche Fortbildung als Polizeiakademie unter einem Dach ihren Platz finden.

Bereits am 15.08.2011 im Rahmen der Innenausschusssitzung erfüllte Senator Neumann eine langjährige Forderung des BDK zum Thema HdP-Ausbildung: Der gemeinsame Studiengang mit dem privaten Sicherheitsgewerbe wurde u.a. mit der Begründung des stark rückläufigen Interesses der „Freien Wirtschaft“ an Absolventen und – erstmalig in dieser Deutlichkeit öffentlich ausgesprochen – dem erheblichen Einsatz von Steuergeldern ausgesetzt. Dementsprechend beinhaltet keines der jetzt noch ernsthaft diskutierten Modelle die Fortführung dieses „Experimentes“.

Dagegen wurden in der Politik (endlich) das Ausmaß des Attraktivitätsverlustes des Polizeiberufes und die daraus resultierenden stark rückläufigen Bewerberzahlen erkannt. Auf diese – allerdings politisch hausgemachte – Situation wurde mit dem Beschluss zum Haushalt 2012 reagiert und die Alimentierung im Grundstudium wieder eingeführt, bestätigte jetzt nochmals Senator Neumann. Damit steht auch einer sofortigen Verbeamtung zukünftiger Seiteneinsteiger an der Polizeihochschule nichts mehr im Wege.

Wieder einmal zeigt sich: Die beharrliche Arbeit des BDK zahlt sich aus!

Aber auch wenn der Rahmen der polizeilichen Aus- und Fortbildung zeitnah feststehen wird, ist die weitere Ausgestaltung von noch größerer Bedeutung. Hierzu gibt es zwei wichtige Aussagen des Innensenators: Keine Absenkung der Anforderungen an die Bewerber und keine Qualitätsverluste bei der Polizeiausbildung.

Wie auch Senator Neumann bekannt ist, sind aus BDK-Sicht – trotz der bisher erfreulichen Entwicklungen – darüber hinaus deutliche Aussagen und Entscheidungen

  •  zur Beibehaltung der eigenständigen Studiengänge Kriminalpolizei und Schutz-/Wasserschutzpolizei,
  • zur Wiedereinführung der freien Heilfürsorge und
  • im Ergebnis zu einer wissenschaftlichen und praxisorientierten Ausbildung

 

dringend erforderlich.

Der BDK erwartet von allen Verantwortlichen, nun vorurteils- und ideologiefrei Lösungen zu finden, die den Anforderungen an die Berufsbilder in der Polizei und den Erwartungen der Auszubildenden/Studenten für ihren weiteren dienstlichen Werdegang gerecht werden. Ein konstruktives Miteinander ist das Gebot der Stunde.

Der BDK wird den Prozess weiterhin begleiten und die politischen und polizeilichen Entscheidungsträger auch zukünftig fachlich beraten.

 

 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.