Polizei braucht keine Belehrungen

18. Januar 2012 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt hat die Äußerungen von Barbara John, Ombudsfrau für Angehörige der Neonazi-Opfer, scharf kritisiert. Im „Tagesspiegel“ fordert die ehemalige Ausländerbeauftragte von Berlin, die Polizeiausbildung grundlegend zu ändern, damit Polizisten bei fremdenfeindlichen Verbrechen aufmerksamer und kompetenter reagieren. Bisher sei das Thema nie grundlegende Aufgabe in der Ausbildung gewesen.

Wendt: „Das ist alles hanebüchener Unsinn. Die Polizei hat in ihrer über 60jährigen Tradition in der Bundesrepublik ihre demokratische Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt und tut dies täglich aufs Neue. Deshalb weisen wir das eitle und unerträgliche Gerede von Frau John in aller Deutlichkeit zurück. Die Polizei hat weder Bedarf an Belehrungen noch an Nachhilfeunterricht in Sachen Demokratie. In Polizeischulen wird auf jeden Fall mehr demokratisches Bewusstsein vermittelt als auf manchen Parteitagen. Das Aufkommen von Extremisten ist eher einem Versagen der Politik geschuldet und nicht der Arbeit der Polizei.

Im Übrigen orientiert sich die Ausbildung der Polizei immer auch an den gesellschaftlichen Gegebenheiten. Ein Blick in den Stundenplan von Polizeischülern hätte genügt und Frau John wüsste, dass mehr denn je auch soziale und interkulturelle Kompetenzen gefragt sind. Dies schließt migrationspolitische Fragen mit ein. Nicht zuletzt wirbt die Polizei in Bund und Ländern seit geraumer Zeit gerade um junge Menschen mit Migrationshintergrund, um sie für den Polizeiberuf zu begeistern.“