Illegale Pyrotechnik kann Leben und Gesundheit gefährden

28. Dezember 2011 | Themenbereich: Bayern, Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

In diesem Jahr ist der Verkauf pyrotechnischer Artikel für das Silvesterfeuerwerk ab Donnerstag, 29.12.2011, erlaubt. Die Feuerwerksartikel dürfen jedoch nur am 31.12.2011 und 01.01.2012 abgebrannt werden.

Doch Vorsicht! Zunehmend stellen die Sicherheitsbehörden in Bayern die Einfuhr, den Handel und die Verwendung illegaler Pyrotechnik fest. Da diese Artikel, vor allem aus dem östlichen Ausland, in aller Regel keine Zulassung der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) oder einer anderen nationalen Zertifizierungsstelle haben, machen sich sowohl der Importeur als auch der Besitzer strafbar. In und für Deutschland zugelassene pyrotechnische Artikel erkennt man an einer aufgedruckten BAM-Nummer bzw. einer CE-Zertifizierungsnummer. Da kann die vermeintlich kostengünstige Einfuhr von pyrotechnischen Artikeln aus dem Ausland im Nachhinein sehr teuer werden. Der Umgang mit nicht von der BAM oder anderen nationalen Zertifizierungsstellen zugelassenen pyrotechnischen Gegenständen, stellt nämlich in Deutschland ein Vergehen nach dem Sprengstoffgesetz dar.

Pyrotechnische Gegenstände werden je nach Verwendungszweck und Gefährlichkeit in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die in Deutschland handelsüblichen pyrotechnischen Gegenstände für Silvester sind in die Kategorie II, frei ab 18 Jahren, eingestuft. Nur das so genannte Kleinstfeuerwerk der Kategorie I, z.B.: Knallerbsen oder Wunderkerzen, darf von Personen ab 12 Jahren erworben werden. Strafbar macht sich übrigens auch, wer Feuerwerk der Kategorie II an Personen unter 18 Jahren weitergibt.

Pyrotechnik der Kategorie III und IV (Mittel- und Grossfeuerwerk) ist ausschließlich Inhabern entsprechender sprengstoffrechtlicher Erlaubnisse vorbehalten, auch wenn diese Pyrotechnik auf den freien Märkten im benachbarten Ausland zu günstigen Konditionen frei erhältlich ist. Selbst eine vorhandene CE-Zertifizierung für Kategorie III Feuerwerk auf ausländischen pyrotechnischen Gegenständen schützt nicht vor Strafe. Mittelfeuerwerk, Kategorie III, ist in vielen europäischen Ländern für Personen über 18 Jahren frei verkäuflich, nicht jedoch in Deutschland.

Die Gefährlichkeit von in Deutschland nicht zugelassener Pyrotechnik liegt vor allem in dem verwendeten Explosivstoffinhalt. So stellten die Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bei sichergestellten pyrotechnischen Gegenständen ohne CE-Zertifizierung oder BAM-Zulassung fest, dass als Explosivstoff Blitzknallsätze auf Chloratbasis mit Metallpulverbeimengung verwendet werden. Eine Verwendung von sog. Blitz-Knallsätzen ist bei Pyrotechnik der Kategorie I und II jedoch verboten.

Die Gefährlichkeit dieser pyrotechnischen Gegenstände begründet sich jedoch nicht nur in der verwendeten Explosivstoffmischung, sondern auch in der Art ihres Aufbaus, wie dies eben auch bei einem besonders gefährlichen Kracher der Fall ist, dem „LA BOMBA“.

Das Bayerische Landeskriminalamt weist vor allem auf die gesundheitlichen Schäden hin, die immer wieder beim Umgang vor allem mit illegalen Böllern und Krachern auftreten. Doch der leichtsinnige und oft auch unsachgemäße Umgang mit Feuerwerksartikeln ganz allgemein führt leider immer wieder zu erheblichen Sach- und vor allem Personenschäden. Personen werden meistens im Gesicht und dort vor allem an den Augen, aber auch an Händen und Unterarmen verletzt. In vielen Fällen führen diese oft schweren Verletzungen zu lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Beim Kauf sollte man daher unbedingt auf die BAM-Zulassung bzw. CE-Zertifizierung und die entsprechende Einstufung achten, diese muss auf allen pyrotechnischen Produkten aufgedruckt sein. Im Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen gibt es einige wichtige Verhaltensregeln, die man beherzigen sollte:

  •  Feuerwerkskörper nur nach Gebrauchsanwendung abbrennen!
  •  Feuerwerkskörper nie in den Taschen der Kleidung aufbewahren!
  •  Wenn Feuerwerkskörper versagen, liegen lassen und nicht nochmals zünden!
  •  Nie versuchen, Feuerwerk selbst zu basteln!

 

1 Kommentar
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  1. Gegen Gesetz und Gesellschaft: Feuerwerk ist keine Privatsache
    Silvester „feiert“ die ganze Welt mit Feuerwerk?
    Irrtum! Es sind nicht einmal 25% der Bevölkerung, männliche Unter- und Mittelschicht. In ihren Händen ist Feuerwerk kein Symbol der Freude, sondern der Macht. Gesetzesübertretung ist Programm. 90% der Feuerwerke sind illegal und gefährden und belästigen 75% der Bevölkerung.
    Und die Politik? Reibt sich bei ihren scheinheiligen „Appellen an die Vernunft“ insgeheim die Hände: Man hält sich sein rechtes Wählerklientel bei Laune und streicht die Einnahmen ein. Bei vierjährigen Amtsperioden sind die Langzeitkosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden irrelevant. Und für die seit 2011 fälligen Strafzahlungen kann man ja der EU die Schuld geben.
    Der Initiative Stille Nacht gehören Vereine aus Kultur, Natur- und Umweltschutz und zahlreiche Bürger, die sich gestört fühlen an. Ein europaweites Netzwerk gegen Böller und Privatfeuerwerk bittet um Ihre Unterstützung für eine Petition zur Verschärfung der EU-Richtlinie für Pyrotechnik.
    Darüber hinaus raten wir zu privaten Anzeigen als kurz- und mittelfristige Maßnahme gegen den jährlich wachsenden Terror.
    Auf ein gutes neues Jahr, im Zeichen des Friedens und der Demokratie!

    Die Initiative Stille Nacht
    http://stille-nacht.eu.tc

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