Schlechte Verkehrsmoral erfordert zu viele Todesopfer

13. Dezember 2011 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Rücksichtlose Fahrweisen, Alkohol, überhöhte Geschwindigkeit und die zunehmende Missachtung von Verkehrsregeln sind nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verantwortlich für den Tod von rund 3900 Menschen im zu Ende gehenden Jahr auf Deutschlands Straßen.

GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „2011 werden voraussichtlich sieben Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr getötet worden sein, als im Jahr davor. Damit wird die Zahl der Verkehrstoten erstmals seit 20 Jahren wieder steigen. Auch bei den Verletzten ist mit einer Zunahme von fünf Prozent zu rechnen. Besonders alarmierend ist, dass das bei einer insgesamt sinkenden Zahl der Unfälle passiert.“

Im Gegensatz zum Statistischen Bundesamt glaubt die Gewerkschaft der Polizei nicht, dass die milde Witterung im Winter und Frühjahr die Ursache ist. Witthaut: „Meine Kolleginnen und Kollegen in den Verkehrsdiensten sagen etwas anderes: Die Verkehrsmoral verschlechtert sich erheblich.“

Es räche sich, dass die polizeiliche Verkehrsüberwachung zurückgefahren worden sei, so Witthaut, insbesondere die polizeilichen Anhaltekontrollen zugunsten der Instrumentenkontrolle, wie Blitzer und Starenkästen.

Witthaut: „Das Gespräch mit dem Verkehrssünder unmittelbar nach dessen Fehlverhalten durch geschultes polizeiliches Personal ist unverzichtbar.“ Der überall festzustellende Trend, Regelverletzungen auch im Straßenverkehr auf die leichte Schulter zu nehmen, so der GdP-Vorsitzende, müsse mit einer verstärkten polizeilichen Verkehrsüberwachung beantwortet werden.

Witthaut: „Der Personalabbau bei der Polizei kommt der Gesellschaft teuer zu stehen.“

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