DPolG hält an dreigeteilter Polizeilaufbahn fest

13. Dezember 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Klare Position: Die DPolG Bundespolizeigewerkschaft will an der dreigeteilten Laufbahn in der Bundespolizei festhalten. Das bekräftigte der 2. Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow.

„Wir wollen auch für die Zukunft nicht, dass Realschüler und Hauptschüler mit Berufsausbildung vom Polizeiberuf ausgeschlossen und dann nur noch Abiturienten eingestellt werden. Hier beziehen wir als DPolG damit auch ganz deutlich eine andere Position als die DGB-Gewerkschaft. Der mittlere Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei hat eine hohe Qualität, er ist unverzichtbar und eine gute Basis für eine Berufsentwicklung in die weiteren Laufbahnen“, so der Polizeigewerkschafter.

Die DPolG Bundespolizeigewerkschaft will hingegen ein anderes Konzept durchsetzen. „Unser Konzept haben wir in den vergangenen Monaten sowohl dem Bundespolizeipräsidium, dem Bundesinnenminister (BMI), als auch den Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Grüne vorgestellt. Dabei haben wir außer beim BMI durchaus Unterstützung erfahren“, erläuterte Hans-Joachim Zastrow. Er sei aber zuversichtlich, dass man auch mit dem BMI in weiteren intensiven Gesprächen eine Einigung für mehr Durchlässigkeit bei den Laufbahnen erreichen kann. Ein erstes gutes Gespräch hierzu habe es bereits mit dem Abteilungsleiter Bundespolizei im BMI gegeben.

Ziel sei es , durch eine deutliche Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Laufbahnen, den Polizeiberuf wieder interessanter zu gestalten und angemessener zu bezahlt. Hierbei sei es ziemlich gleichgültig, so Zastrow in einer Pressemitteilung, „ob auf dem Weg zu mehr Durchlässigkeit der Laufbahnen, das DPolG-Laufbahnverlaufsmodell BPOL oder das Bayrische Laufbahnmodell verfolgt werde. Beide Modelle verfügen über einen leistungsgerechten aber prüfungsfreien Aufstieg in die nächst höhere Laufbahn. Darauf kommt es im Wesentlichen an“Die DPolG Bundespolizeigewerkschaft fordert hierzu konkret die Einführung von drei Qualifizierungsstufen im Personalentwicklungskonzept für die Bundespolizei:

  •  Erste Qualifizierungsebene A7-A11
  •  Zweite Qualifizierungsebene A9g-A15
  •  Dritte Qualifizierungsebene ab A13h

Mit ganzem Nachdruck erläuterte der 2. Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, dass die meisten aller Kolleginnen und Kollegen, die über lange Jahre erfolgreich und zuverlässig ihren Dienst in der Polizei wahrgenommen haben, von Glück reden können, „dass es vor 25 oder 30 Jahren diese zweigeteilte Laufbahn nicht gab, sie wären dann nämlich schlicht und einfach mangels Qualifikation gar nicht erst Polizisten geworden.“ Die zweigeteilte Laufbahn setzt für die Anwärter ein Fachhochschulstudium als Einstieg in den gehobenen Dienst voraus, das Fachhochschulstudium wiederum das Abitur bzw. die Fachhochschulreife.

Hans-Joachim Zastrow betonte, dass Polizisten nicht unbedingt alle das Abitur benötigen. „Es ist sogar sinnvoll, einen Querschnitt durch alle Bildungsschichten zu haben, denn das spiegelt auch die Gesellschaft wider.“ So sind besonderes fachliches Wissen, berufliche Qualifikationen und berufliche Erfahrung, durchaus der Qualifizierung durch die Hochschulreife als Eingangsvoraussetzung für einen Laufbahnwechsel gleichzustellen. Er appellierte dazu, den Realschulabschluss nicht abzuwerten, die berufliche Qualifikation zu nutzen und die dreigeteilte Laufbahn beizubehalten – „weil es sozialer ist, vor allem für die, die nach uns kommen.“ -RRö-

 

 

 

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