Castor-Transporte auch durch Innenstädte?

5. Dezember 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Nach einem Bericht der BILD-Zeitung vom Freitag erwägt die Betreiberin des Ahauser Zwischenlagers, die GNS (eine Tochter der vier großen Energiekonzerne), die 152 West-Castoren von Jülich nach Ahaus womöglich auch auf der Schiene zu transportieren. Dadurch würden dann zwangsläufig auch die Innenstädte von Köln, Neuss, Krefeld, Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Gladbeck, Herten, Lünen, Dülmen und Coesfeld von den Castor-Transporten betroffen. Auch Kerpen, Dormagen, Meerbusch, Gelsenkirchen und Recklinghausen wären von Schienen-Transporten betroffen. Zugleich kursieren immer neue mögliche Straßenrouten im Falle von Autobahn-Transporten. In Mönchengladbach gab es am Samstag eine erste Protestaktion.

„Die Bundesregierung, das Forschungszentrum Jülich sowie die GNS versetzen mit ihren Castor-Plänen inzwischen halb Nordrhein-Westfalen in Angst und Schrecken. NRW ist dicht besiedelt, Autobahnen wie Bahnstrecken führen zum Teil quer durch Innenstädte, doch auf die Bevölkerung wird keinerlei Rücksicht genommen. Und einen Sicherheitsgewinn gibt es in Ahaus nicht. Norbert Röttgen hat es nun als Bundesumweltminister in der Hand, die Genehmigung für diesen Castor-Wahnsinn zu versagen,“ so Siegfried Faust vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen sind zudem sehr besorgt über die Meldungen aus Niedersachsen, wonach das Zwischenlager Gorleben augenscheinlich nicht terrorsicher ist. „Das Zwischenlager Ahaus ist baugleich zur Leichtbauhalle in Gorleben – wenn es in Gorleben Probleme gibt, gibt es sie auch in Ahaus! Wir erwarten von der NRW-Landesregierung eine öffentliche Stellungnahme und einen kompletten Einlagerungsstopp in Ahaus, damit die offensichtlichen Sicherheitsrisiken nicht noch größer werden. Wer die Castoren schon in einer Halle nicht schützen kann, kann dies auf der

„Es wird immer deutlicher, dass die geplante Verlegung der 152 West-Castoren von Jülich nach Ahaus ein Alptraum für NRW wird. Norbert Röttgen trägt als CDU-Landesvorsitzender auch in NRW politische Verantwortung. Die berechtigten Interessen der Bevölkerung sind höher zu bewerten als die Image-Probleme des Forschungszentrums Jülich. Deshalb muss Röttgen jetzt die Notbremse ziehen,“ ergänzte Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

  AtomkraftgegnerInnen organisieren Proteste:

– Bereits in dieser Woche beraten die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland auf einem außerordentlichen Bündnistreffen einen Aktionsfahrplan.

– Am 18. Dezember findet um 14 Uhr vor dem Atommülllager Ahaus die Auftakt-Demo für die Castor-Proteste statt. Das Motto lautet: „152 West-Castoren – eine schöne Bescherung“.

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