„Castor-Party 2011“ beendet und der Verlierer ist………

2. Dezember 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der längste und teuerste Castor Transport hat am 29.11.2011 mit der Ankunft im Zwischenlager Gorleben sein Ende gefunden. Erneut fand dieser Transport nach langer und medienwirksamer Ankündigung an einem Wochenende statt. Wieder einmal blieb den Umweltaktivisten und der reisenden Anarchoszene ausreichend Zeit, dieses medienwirksame Massenevent perfekt vorzubereiten und ein freies Wochenende unter „Freunden“ zu verbringen.

Mehr als 20.000 Polizeibeamte von Bund und Ländern hätten zwar an diesem Wochenende lieber etwas anderes gemacht, waren aber wieder im Einsatz um den Transport zu begleiten. Wie immer kam es zu heftigen Protesten verschiedenster Aktivisten entlang der Strecke. Allein durch das Anketten an Bahngleisen und das Blockieren der Straßen wurde der Transport um Tage verzögert, was die Kosten in schwindelerregende Rekordhöhen getrieben hat.

Während dafür zunehmend mehr Steuergeld verschwendet wird, steigt der Druck in den „Innenhaushalten“ von Bund und Ländern. Stellen werden abgebaut, Gelder werden gestrichen, Führungs- und Einsatzmittel nicht oder zu späteren Zeitpunkten angeschafft und seit April wird bei der Bundespolizei Sprit gespart und sind Streifenfahrten limitiert worden.

Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber den eingesetzten Beamten. Auch bei diesem Einsatz ist die Polizei zur Durchsetzung von Grundrechten der Demonstranten eingesetzt worden. Fraglich ist jedoch, warum diese nicht die Grundrechte der eingesetzten Polizisten achten, und deren Recht auf körperliche Unversehrtheit respektieren.

Die Tendenz, Beleidigungen der eingesetzten Polizeikräfte als normal und nicht verfolgenswert zu betrachten ist mittlerweile traurige Realität. Unerträglich ist jedoch, dass immer wieder gewählte Volksvertreter öffentlich zum Widerstand gegen die Exekutive auffordern und sich mit randalierenden und aggressiven Krawallmachern solidarisch zeigen und gemeinsam gegen die Polizeiketten marschieren und sich dann darüber empören, von den eingesetzten Beamten nicht als Bundestagsabgeordnete erkannt und freundlich durch die Absperrung gewunken wurden, oder gar mit Wasser oder Pfefferspray gesprüht worden zu sein. Vielleicht sollten diese Volksvertreter auch einmal auf der anderen Seite der Absperrung stehen und sich bepöbeln, beleidigen und anspucken lassen, sich mit Steinen und anderen Gegenständen bewerfen zu lassen und sich zum krönenden Abschluss von ihren Politikerkollegen mit Namensschild versehen und vor Gericht ziehen zu lassen wie sie „überreagiert“ haben.

Damit beantwortet sich dann auch die Frage der Überschrift. Verlierer dieser Entwicklung ist unser Rechtstaat und sind es wieder einmal die Staatsdiener, die diesen auf verlorenem Posten schützen sollen.

Quelle: BDK

 

 

2 Kommentare
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  1. Qui bono?

    Die Position des Autors ist unschwer auch für Castorgegner nachvollziehbar. Es fehlen lediglich ein paar Details, die ich gerne von der anderen Seite der Absperrung aus nachliefern möchte. Die ‚Anarchotouristen‘ kommen aus allen Teilen der Bundesrepublik zusammen um, ja um was eigentlich zu tun?

    Natürlich, den Castor stoppen. Unglaubliche Mengen an Strahlungspotential werden in einer Wellblechbaracke geparkt, Generationen von Nachkommen werden völlig unnötig gefährdet, denn wir kommen auch ohne AKWs ohne Probleme über die Runden, was den Energiebedarf betrifft. Gerade einmal 21 bis 25 Prozent der benötigten Energie wird von Kernkraftwerken geliefert, die Warnungen vor Stromengpässen haben sich als Ente herausgestellt. Soweit so gut. Entscheidend am jährlichen ‚Stopp In‘ ist jedoch etwas anderes.

    Wer nicht schon einmal die Nähe und Solidarität der Menschen auf der Essowiese und im restlichen Wendland erleben durfte, hat etwas verpasst. Dort, während dieser kurzen Zeit, erscheint es, als seien die Menschen endlich einmal normal. Kein Neid, keine Konkurrenz, keine Gleichgültigkeit gegenüber Mitbürgern. Stattdessen Hilfsbereitschaft auf allen Ebenen. Zu Essen bekommt man an jeder Ecke zum Nulltarif. Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, wird weitervermittelt. Kaffee ist auch umsonst. Die Regale der Volksküchen biegen sich unter der schieren Last all der vielen Spenden aus dem gesamten Wendland. Firmen, Kleinbetriebe, Landwirte und Privathaushalte, alle geben gerne und ohne zu murren ihren Obolus, um die ‚Wendlandparty‘ am Laufen zu halten. Die Menschen schauen sich in die Augen. Ein Handschlag genügt, Verträge sind nicht nötig. Jeder der Anwesenden fühlt sich als GleicheR unter Gleichen. Eine etwas romantische Erfahrung, zugegeben, jedoch in einer Welt, in der ein Mensch ausschließlich nach seiner Kaufkraft evaluiert wird, direkt schon eine Art Urlaub vom Alltag. Einem Alltag, der immer mehr Menschen bedrückt und mit Sorgen beladen inmitten der Investitionsruinen einer einstmals gesunden Volkswirtschaft zurücklässt.

    Feind von außen stärkt inneren Zusammenhalt. Wie schade, dass Menschen dieses unausgesprochene Gefühl der Verbundenheit nur auf diesem Wege erfahren und schade auch, dass ausgerechnet die Polizei hier den Buhmann stellen muss. Die Beamten machen nur ihren Job, ob sie dies nun gerne tun oder nicht. Sie sind dazu gezwungen. Die Demonstranten hingegen sind freiwillig dabei um zu erfahren, was die Pariser Commune bereits 1871 erfahren durfte – Liberté, Egalité et Fraternité. Wir bräuchten eigentlich jeden Tag einen Castortransport, damit diese Tugenden wieder Fuß fassen in unserem Land.

  2. Der Müll ist aber nun einmal da und damit die Probleme. Wenn Gorleben verhindert würde, würde der Kram woanders landen, und wenn er woanders hinkommt werdet Ihr auch da wieder dagegen sein. Es würde sich nur im Kreis drehen, aber eines ist dabei sicher: den Atommüll schafft man damit nicht aus der Welt.
    Von daher mag die Absicht noch so gut gemeint sein, sie ist rein sachlich einfach nur Unsinn!

    Ach ja, seid Ihr eigentlich jeden Tag des Lebens so tolle nächstenliebende Menschen, oder nur in dem Zeitfenster, wo Ihr Euch gegen den Staat auflehnt und Euch selber feiert?
    In einem geschlossenen System würdet Ihr es kein ganzes Jahr aushalten, ohne dass sozialübliche Probleme entstehen und auch Ihr Regeln aufstellen und Repressionen in Aussicht stellen würdet. Dafür würde ich beide Hände verwetten! Leider wird nie ein Experiment diese These bestätigen.

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