„Runder Tisch“ gegen Mißbrauch von Kindern

30. November 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Mit der heutigen Abschlusssitzung beendet der Runde Tisch seine Arbeit. Die Bundesinitiative der Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Kindesalter (BI) hat seit März 2011 am Runden Tisch mitgearbeitet und sieht folgendes Fazit:

Die Bundesinitiative schätzt die geleistete Arbeit aller Beteiligten des Runden Tisches sehr und befürwortet den Großteil der erarbeiteten Papiere. Aus unserer Sicht wurden jedoch folgende sehr wichtige Punkte nur unzureichend diskutiert und von Ergebnissen und Lösungen scheint man noch weit entfernt zu sein. Aus diesem Grunde fordern wir:

– Die Erweiterung des Beratungsnetzwerkes für betroffene Opfer sexuellen Missbrauchs und betroffene Täter ist unverzüglich in Angriff zu nehmen. Betroffene brauchen JETZT HILFE. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch Migranten und Behinderte Menschen mit einbezogen werden.

– Die Abschaffung der Verjährungsfristen ist weiterhin zu diskutieren.

– Die finanzielle Begrenzung für Hilfsmaßnahmen Betroffener sind zurückzunehmen. Betroffene müssen Hilfe in Anspruch nehmen können, solange sie diese eben brauchen. Wie in den Arbeitsgruppen mehrfach von uns erwähnt, dauern Heilungsprozesse bei Betroffenen oftmals viele Jahre oder auch Jahrzehnte an. Die finanzielle Absicherung für Therapien oder andere Heilmethoden muss stetig gesichert sein. Ebenso für Anwalts- und Gerichtskosten.

– Auch Richter müssen dazu verpflichtet werden, entsprechende Aus- und Fortbildungen durchzuführen und nachzuweisen, damit zufriedenstellende Entscheidungen in Fällen von sexuellem Missbrauch herbeigeführt werden können.

– In dem Bereich Forschung ist der Bereich der Traumatherapie mit einzubeziehen.

– Die Regelungen des Opferentschädigungsgesetzes sind JETZT zu überarbeiten.

Bei all den Themen sollte mehr Bezug zur Praxis genommen werden, aus deren Erfahrungen man entsprechende Änderungen herbeiführen muss. Leider scheint es so, als wenn die Theorie noch den Vorzug erhält.

Für alle Arbeitsbereiche stehen die Betroffenen selbstverständlich weiterhin zur Verfügung. Nur durch die Hilfe der Erfahrungsberichte der unzähligen Betroffenen können wirklich gute Arbeitsergebnisse erzielt werden.

1 Kommentar
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  1. Ja das sehen wir genauso!
    Insbesondere Hilfen im Jetzt – und Verbesserung des OEG – Verfahrens. Ich kenne viele die erst gar keinen Antrag stelen, weil es so schwierig ist – nochmal mehr für diejenigen die dissoziative Störungen haben und damit schon allermeist in den üblichen Glaubwürdigkeitsgutachten „durchfallen“. Unser Antrag läuft seit 8 Jahren… das hat nichts mit Opferfreundlichkeit oder gar schutz zu tun.

    Mit freundlichen Grüßen
    anja und co
    http://www.frauen-leben.de/

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