Rechtsextremistische Gewalt: Friedrich empfängt Muslime zum Gespräch

30. November 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Rechtsextremismus | Drucken

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich hat heute muslimische Verbände und ihre Spitzenvertreter zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen. Dabei wurden jüngste Erkenntnisse über die rechtsextremistische Mordserie ebenso erläutert wie die anstehenden Maßnahmen zur Bekämpfung der rechtsextremistischen Gewalt in Deutschland.

„Viele Muslime sind seit Bekanntwerden der rechtsextremistischen Mordserie verunsichert, auch was die Arbeit der Sicherheitsbehörden angeht. Mir ist es wichtig, das Vertrauen wieder zurückzugewinnen“, sagte Dr. Friedrich.

„Wir nehmen die Sorgen und Nöte unserer Bürger sehr ernst.“ Der Bundesinnenminister richtete auch als Antwort auf diese Besorgnisse eine Hotline beim Bundeskriminalamt ein. An diese können sich Menschen wenden, die sich durch rechtsextremistische Gewalt bedroht oder gefährdet sehen. Bei der zentralen Anlaufstelle nehmen Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes ab sofort unter der Telefonnummer 02225-8924240 Hinweise auf und leiten diese an die zuständigen Landespolizeibehörden weiter. Bei akuter, konkreter Gefahr muss allerdings weiterhin die Notrufnummer 110 gewählt werden, um Risiko durch Zeitverzug zu verhindern.

Die Vertreter der muslimischen Verbände machten in dem zweistündigen Gespräch gegenüber dem Bundesinnenminister ihre Verunsicherung deutlich. Rechtsradikale Gesinnung stelle eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben in Deutschland dar, sagte Ali Ertan Toprak von der Alevitischen Gemeinde in Deutschland (AABF).

Die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam gelingen könne. Der Dialog mit den Muslimen in Deutschland sei von großer Bedeutung, um die Glaubwürdigkeit in die Sicherheitsbehörden wieder herzustellen, betonte Dr. Bernes Alihodzic von der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD).

An dem Spitzengespräch in Berlin nahmen zudem Prof. Dr. Ali Dere von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), Aiman A. Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.(ZMD), Mustafa Imal vom Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), Abdelkader Rafoud vom Zentralrat der Marokkaner in Deutschland (ZMaD) sowie der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke und der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, teil.

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