Gemeinsam junge Menschen vor religiösen Extremisten schützen

30. November 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Nordrhein Westfalen | Drucken

„Die NRW-Landesregierung will gemeinsam mit den hier lebenden Musliminnen und Muslimen den Missbrauch des Islam durch Extremisten verhindern“, sagte Innenminister Ralf Jäger heute (30.11.) in Essen. Zwischen Religiosität und religiös begründetem Extremismus werde leider oft zu wenig differenziert.

„Vor allem junge Menschen auf der Suche nach Identität und Orientierung sind häufig für einfache Botschaften von Extremisten empfängliche Opfer. Islamisten versuchen ihre gegen die demokratisch-pluralistische Gesellschaftsordnung gerichtete politische Ideologie als ‚wahren Islam’ zu propagieren“, betonte der Innenminister bei der Eröffnung der Fachtagung „Orientierungen und Identitäten muslimischer Jugendlicher – zwischen Abkehr und Hinwendung zur demokratisch-pluralistischen Gesellschaft“.

„Vor allem jetzt müssen wir gemeinsam wachsam sein: Der rechte Terror der Neonazis darf nicht dazu führen, dass sich junge Muslime von der Gesellschaft abwenden und sich islamistischen Kräften zuwenden und sie stärken. Deshalb ist es so wichtig, dass junge Migranten ihren Platz mitten in der Gesellschaft haben“, machte Integrationsminister Guntram Schneider in Düsseldorf deutlich. „Unsere Politik muss deshalb darauf gerichtet sein, diesen jungen Menschen Anerkennung und Zukunftsperspektiven zu bieten. Das ist der beste Schutz vor Extremismus.“

Die gemeinsame Tagung vom Innenministerium, dem Integrationsministerium und dem Büro für interkulturelle Arbeit der Stadt Essen analysierte Ursachen, Angebote und Methoden, die junge Menschen in einen religiös begründeten Extremismus führen können. Zudem stellten Experten Möglichkeiten vor, wie Jugendliche in ihrem demokratischen Bewusstsein gestärkt werden.

„Mit der Kooperation der beiden Ressorts wird ein klares politisches Signal gesetzt“, betonte Schneider. Für die Landesregierung Nordrhein-Westfalens seien Extremismusbekämpfung und Prävention nicht nur Fragen der Inneren Sicherheit, sondern auch der Integration, der Bildung und der Jugendarbeit.

„Der Schutz von Demokratie und Rechtstaat, die Prävention gegen politischen Extremismus, können nicht allein durch den Verfassungsschutz geleistet werden. Dies ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, der sich die Landesregierung insgesamt verpflichtet fühlt“, unterstrich der Innenminister.

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