Zur neuen Verkehrsstrategie der Polizei

25. November 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

In den letzten zehn Jahren konnte die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten in Nordrhein-Westfalen um annähernd 50 Prozent gesenkt werden, die Zahl der Verunglückten um etwa ein Viertel. Doch nun sind für das Jahr 2011 alarmierende Zahlen zu vermelden: So starben bis Ende Oktober 95 Fußgänger; das sind rund 51 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei den Radfahrern sank zwar die Zahl der Getöteten von 66 auf 64, aber die Zahl der Schwerverletzten stieg um mehr als 14 Prozent.

Das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen reagiert auf diese Gegebenheiten mit einer „Fortschreibung der Fachstrategie Verkehrsunfallentwicklung“. Ein Kernaspekt dieser Fortschreibung ist die Ausweitung der Geschwindigkeitskontrollen. Denn häufig ist zu hohe Geschwindigkeit unfallursächlich – „zu schnelles Fahren“ ist der „Killer Nr. 1“. Unabhängig von der Frage, wer den Unfall verursacht hat, entscheidet oftmals die gefahrene Geschwindigkeit über die Unfallfolge – sie entscheidet damit über Leben oder Tod.

Dazu der Landesvorsitzende Erich Rettinghaus:  „Erklärtes Ziel ist es, den entscheidenden Einfluss, den die Fahrgeschwindigkeit auf die Folgen eines Verkehrsunfalls hat, nachhaltiger in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu rücken. Die Geschwindigkeit soll dort verringert werden, wo unangemessen schnell gefahren wird und wo Fußgänger und Radfahrer besonders gefährdet sind, nicht nur an Unfallhäufungsstellen und auf Unfallhäufungsstrecken. Dazu soll die Kontrolldichte erhöht werden.

Wenn denn nun im Zuge der Umsetzung der Fortentwicklung der Fachstrategie vermehrt „Geschwindigkeitskontrollen ohne Anhalten“ realisiert werden, dann ist beim Bund nachhaltig darauf hinzuwirken, dass durch die Einführung einer Halterhaftung möglichst alle gemessenen Verstöße geahndet werden können. Die von der Polizei eingesetzten personellen und materiellen Überwachungsressourcen sind wertvoll – unangemessen wäre es, sie wegen des Fehlens der in Deutschland noch nicht realisierten Halterhaftung partiell ins Leere laufen zu lassen.“

 

 

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