Mehr Geld für Mediziner in der Justiz

18. November 2011 | Themenbereich: Justiz, Niedersachsen | Drucken

„Ärztinnen und Ärzte im Justizvollzug können künftig deutlich mehr Geld verdienen“. Das hat der Niedersächsische Justizminister Bernd Busemann am Freitag (18.11.2011) in Hannover mitgeteilt. Nach dem Ergebnis der Tarifverhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und Marburger Bund würden die im Justizvollzug beschäftigten Ärztinnen und Ärzte ab 1. Januar 2012 nicht mehr nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) vergütet, sondern in den Geltungsbereich des Tarifvertrags Ärzte (TV-Ärzte) übernommen. „Das führt zu einer erheblich besseren Vergütung. Zum Beispiel verdienen junge Fachärztinnen und Fachärzte im Justizvollzug künftig rund 1.200 Euro brutto mehr, als nach dem bisher geltenden Tarifvertrag“, erläuterte Busemann.

Gemeinsam mit dem Verband niedersächsischer Strafvollzugsbediensteter (VNSB) und der Vereinigung der Leiter und Leiterinnen der Einrichtungen des Niedersächsischen Justizvollzuges hatte Busemann bereits vor gut einem Jahr eine Neuregelung der Vergütung für die JVA-Mediziner gefordert. Auch die Justizministerkonferenz hatte sich in einem Beschluss dafür ausgesprochen.

Busemann dankte dem Niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring. Dieser habe das Anliegen aufgegriffen und an die Tarifgemeinschaft deutscher Länder weitergeleitet. „Für Ärztinnen und Ärzte ist eine Beschäftigung im Justizvollzug nun deutlich attraktiver geworden. Sie werden ihren Berufskollegen an öffentlichen Krankenhäusern gleichgestellt. Deshalb hoffe ich auf mehr Bewerbungen als bisher“, sagte Busemann.

„Wir sind gesetzlich verpflichtet, eine umfassende Gesundheitsfürsorge für die Gefangenen sicherzustellen. Müssten wir dafür immer mehr medizinisches Personal auf Honorarbasis einsetzen, käme uns das wegen der hohen Stundensätze wesentlich teurer als die jetzt getroffene bessere tarifliche Regelung für unsere hauptamtlichen Mitarbeiter“, erklärte Busemann. Die besondere Patientenklientel und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen erforderten nicht nur medizinisches Wissen, sondern auch spezielle Kenntnisse. „Das bekommt man nun einmal nicht zum Niedrigpreis“, stellte Busemann fest.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.