Runder Tisch zum Thema Fußball und Gewalt

14. November 2011 | Themenbereich: Aktuell | Drucken

Auf Einladung des Bundesministers des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich, und des Vorsitzenden der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK), des Hessischen Ministers des Innern und für Sport, Boris Rhein, hat heute erneut ein Runder Tisch zum Thema „Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen“ stattgefunden.

An der Veranstaltung im Bundesinnenministerium in Berlin nahmen neben den Einladenden der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Theo Zwanziger, der Präsident des Ligaverbandes (DFL), Dr. Reinhard Rauball, Vertreter von Kommunalen Spitzenverbänden und der Koordinationsstelle Fanprojekte sowie weitere staatliche Verantwortungsträger, darunter der Berliner Innensenator Dr. Körting und der niedersächsische Innenminister Schünemann, teil.

Gemeinsam wurde erörtert, inwieweit der im April letzten Jahres vereinbarte Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung der Gewalt rund um Fußballspiele bereits umgesetzt worden ist. Die Ereignisse der letzten Wochen wurden zum Anlass genommen, darüber hinausgehende Aspekte wie das Abbrennen von Pyrotechnik in Fußballstadien zu diskutieren. Bundesinnenminister Dr. Friedrich erklärte im Anschluss an die Gespräche: „Die jüngsten Ereignisse rund um Liga- und Pokalwettbewerbe zeigen, dass wir in unseren Anstrengungen für gewaltfreie Fußball-Events in Deutschland nicht nachlassen dürfen. Im Kampf gegen Gewalttäter, die Fans und Polizisten in Gefahr bringen und dem Fußball immens schaden, müssen wir alle an einem Strang ziehen – Vereine, Fans und Polizei. Nur mit einer Mischung aus präventiven und repressiven Maßnahmen lässt sich das Problem eindämmen.“

Gemeinsam betonten der Bundesinnenminister und der hessische Innenminister Rhein, dass die Berufung hauptamtlicher Sicherheitsverantwortlicher und Fanbeauftragter sowie die Mitreise von Ordnern bei Auswärtsspielen gelungene Ansätze darstellten, die allerdings auch auf die unteren Ligen ausgeweitet werden müssten. Auch der strukturierte Fandialog, die Arbeit der derzeit 51 Fanprojekte und die Flexibilität in der Ligaplanung würden bereits dazu beitragen, dass manche gewalttätigen Auseinandersetzungen gar nicht erst entstünden.

„Sofern es dann doch zu Ausschreitungen kommt, muss entschieden gehandelt werden. Das gilt nicht nur für die Polizei, sondern auch für die Sportvereine und -verbände. Dabei müssen zur Not alle zur Verfügung stehenden Sanktionen ausgeschöpft werden. Aber natürlich gilt es, möglichst Lösungen zu finden, die die Gewalttäter und nicht die vielen Millionen friedliche Fußballfans treffen“, so Innenminister Rhein in Berlin.

Man einigte sich darauf, dass eine „Task Force Sicherheit“ konkrete Maßnahmen wie die verschärfte Handhabung von Stadienverboten oder Kartenkontingenten für Gästefans prüft.

Absichten zur Legalisierung von Pyrotechnik in Stadien erteilten Bundesinnenminister Dr. Friedrich und Innenminister Rhein eine klare Absage. „Angesichts der Gefahren und dem Störpotenzial von Pyrotechnik in Fußballstadien ist jegliche Diskussion über eine Legalisierung unangebracht“, stellte Rhein fest.

Insgesamt machten Bundesinnenminister Dr. Friedrich und Innenminister Rhein deutlich, wie wichtig aus ihrer Sicht die klare Ächtung von Gewalt und Randale rund um Fußballspiele durch alle Beteiligten ist – durch Politik, Verbände, Vereine, aber auch durch die Fans und die Spieler selbst. Sie begrüßten ausdrücklich, dass seitens der Verantwortlichen im Sport, insbesondere zunehmend seitens der Vereinspräsidenten eindeutig Stellung bezogen wird.

„Mit dem Zehn-Punkte-Plan gehen Liga und Verband den richtigen Weg. Sie müssen sicherstellen, dass die Maßnahmen auch in der dritten und der zukünftig neu strukturierten vierten Liga greifen. Wir werden DFB und DFL auch weiterhin bei der Umsetzung unterstützen“, so Friedrich.

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