Gemeinsam gegen Randale

14. November 2011 | Themenbereich: Sachsen | Drucken

Innenminister Markus Ulbig sowie Landespolizeipräsident Bernd Merbitz trafen sich heute mit dem Präsident der SG Dynamo, Andreas Ritter, sowie dem Geschäftsführer des Fußballclubs, Volker Oppitz. Anlass des Gesprächs waren die Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel Borussia Dortmund – Dynamo Dresden sowie die Suche nach gemeinsamen praktikablen Lösungen.

Es bestand Einvernehmen, dass sich derartige Ereignisse nicht wiederholen dürfen. Gewalt hat weder im noch außerhalb des Stadions etwas zu suchen.

Bei der Analyse herrschte Einigkeit darin, dass die im Freistaat Sachsen mit der SG Dynamo Dresden vorgenommenen Maßnahmen zumindest bei Heimspielen zu einer Verbesserung der Sicherheitslage geführt haben. Diese verliefen in letzter Zeit ohne wesentliche gewaltsame Auseinandersetzungen. Dennoch ist die Situation nach wie vor nicht zufriedenstellend. Immer noch werden, insbesondere bei Risikospielen, erhebliche Polizeikräfte gebunden, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Noch problematischer gestaltet sich die Situation bei Auswärtsspielen, wo Anhänger der SG Dynamo mehrfach negativ in Erscheinung getreten sind (z. B. Offenbach, Osnabrück und zuletzt in Dortmund).

Zugleich bestand auch Einigkeit, dass es sich hierbei um ein bundesweites Problem handelt. Entsprechend findet am 14.11.2011 im Bundesinnenministerium auf Einladung des Bundesinnenministers ein Runder Tisch mit Vertretern des DFB und der DFL zu dieser Problematik statt.

Innenminister Markus Ulbig: „Wir sind uns beide einig, dass sich Vorfälle wie in Dortmund nicht wiederholen dürfen. Gewalt hat bei Fußballspielen nichts zu suchen. Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Minderheit immer wieder versucht, Fußballspiele als Bühne für Gewalt zu missbrauchen. Ich freue mich deshalb, dass wir heute mit der Vereinsführung von SG Dynamo Dresden einen Konsens über verschiedene Maßnahmen gefunden haben. Davon erhoffen wir uns eine Verbesserung der Sicherheit bei Fußballspielen. Hierzu gehören insbesondere eine konsequente Anwendung und Durchsetzung von Stadionverboten und der personalisierte Ticketverkauf bei Risikospielen. Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass diese Maßnahmen bundesweit erfolgen, denn Gewalt bei Fußballspielen ist nicht nur ein Problem des SG Dynamo Dresden.“

Präsident der SG Dynamo Dresden Andreas Ritter: „Gewalt beim Fußball ist nicht nur ein Problem von Dynamo Dresden. Wir haben es mit einem bundesweiten Problem zu tun. Das haben die letzten Wochen deutlich gezeigt. Gewalt hat mit Fußball nichts zu tun. Deshalb unterstütze ich die heute gemeinsam erarbeiteten Vorschläge zur Bekämpfung der Randale. Als Verein Dynamo Dresden haben wir ein sehr großes Interesse daran, dass Fußballspiele friedlich ablaufen. Auf gewalttätige Fans können wir verzichten.“

Innenminister Markus Ulbig und der Präsident der SG Dynamo Dresden Andreas Ritter vereinbarten konkrete Maßnahmen um wirksam gegen die Gewalt bei Fußballspielen vorzugehen:

 

1. Konsequente Umsetzung von Stadionverboten

Zielstellung ist es, möglichst viele Personen, die sich an den Störungen beteiligt haben, mit Stadionverbot zu belegen. Dazu sollen den jeweiligen Vereinen schnellstmöglich die erforderlichen Informationen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten übermittelt werden, damit diese in die Lage versetzt werden Stadionverbote auszusprechen. Die SG Dynamo Dresden prüft und unterstützt Stadionverbote und schließt hierbei auch Vorkommnisse während der An- und Abreise mit ein.

 

2. Personalisierung von Tickets

Ein personalisierter Ticketverkauf bei bundesweiten Risikosielen ist eine geeignete Möglichkeit, die entsprechenden Randalierer aus den Stadien fernzuhalten. Hier ist aber ein bundesweit einheitliches Vorgehen wünschenswert. Dabei ist beiden Seiten bewusst, dass es sich um eine Maßnahme handelt, die alle Fans trifft, obwohl die Gewalt nur von einer kleinen Minderheit ausgeht.

Insbesondere bei Risikospielen bieten personalisierte Tickets, verbunden mit der festgeschriebenen Beschränkung der Tickets auf den Inhaber und einer Ausweispflicht im Stadion, die Möglichkeit der Überprüfung der Einhaltung von Stadionverboten.

Die den Vereinen hierdurch entstehenden Mehrkosten (z. B. durch Anschaffung der Technik oder zusätzliche Ordner) können durch einen Sicherheitszuschlag abgedeckt werden. Innenminister Markus Ulbig unterstrich in diesem Zusammenhang, dass durch den Sicherheitszuschlag nicht die Kosten für Polizeieinsätze abgedeckt werden sollen.

Unabhängig davon könnte eine Personalisierung von Tickets auch zur leichteren Identifizierung von Straftätern bzw. von Personen, die gegen die Stadionordnung verstoßen (z. B. durch Abbrennen von Pyrotechnik) im Stadion dienen. Neben der strafrechtlichen Folge wird auch die auch die Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen der Vereine gegen diese Personen erleichtert.

Für die Einführung von personalisierten Tickets sind insbesondere in den Kontrollbereichen der Stadien langfristig entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

 

3. Verbot von Pyrotechnik

Es ist zu bedauern, dass von verschiedener Seite falsche Erwartungen zur Legalisierung von Pyrotechnik geschürt wurden. Beide Seiten sind sich einig, dass Pyrotechnik im Stadion nichts zu suchen hat.

 

4. Verbesserung des Ordnereinsatzes

Der Einsatz von qualifizierten Ordnern ist unerlässlich für die Sicherheit im Stadion. In dem Zusammenhang wird die Überlegung begrüßt, die Sicherheitsunternehmen nach einheitlichen Richtlinien zu zertifizieren.

 

5. Fortsetzung der Fanarbeit

Der Innenminister begrüßte ausdrücklich, dass die SG Dynamo Dresden einen weiteren hauptamtlichen Mitarbeiter zur Fanarbeit beschäftigen will. Die Arbeit mit den Fans ist weiterhin aus präventiven Gründen unerlässlich.

 

6. Meldeauflagen/Aufenthaltsverbote

Angestrebt wird vermehrt polizeirechtliche Meldeauflagen und Aufenthaltsverbote im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten gegen Personen auszusprechen, die bei oder im Umfeld von Fußballspielen an Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beteiligt waren.

 

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