Landespolizeiorchester Hessen muss zukunftsfähig bleiben!

9. November 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Hessen, Interessenvertretungen | Drucken

Das Landespolizeiorchester Hessen ist seit Jahrzehnten eine Institution, die nicht mehr wegzudenken ist! Die Kolleginnen und Kollegen im Orchester machen nicht nur Musik, und zwar in unterschiedlicher Besetzung, in allen Stilrichtungen, zu allen Anlässen und an allen Tagen des Jahres nahezu rund um die Uhr, sondern Sie senden die jeweils richtige Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger. Sie sind Imageträger und längst ein Kulturgut!

Durch ihre Auftritte unterstützen sie erfolgreich die hessische Landesregierung und die Polizeiführung in ihrem Bemühen um mehr und gezielte Öffentlichkeitsarbeit der hessischen Polizei.

Man denke nur an den Hessentag, die Vereidigungsfeier, aber auch an einfühlsame Auftritte beispielsweise bei Bestattungsfeiern.

Um wie viel ärmer wären die Veranstaltungen, wenn das Landespolizeiorchester nicht dabei wäre!

Dennoch steht es jetzt auf dem Prüfstand.

Es soll aufgelöst oder zur Bigband verkleinert oder mit dem rheinland-pfälzischen Orchester zusammengelegt werden. Dabei scheinen alle mehr zu wissen, als die Musiker selbst. Entsprechend groß ist die Verunsicherung.

Dass es Zwänge zum Sparen gibt, steht außer Frage.

Wenn jedoch gespart werden soll, muss Alles auf den Prüfstand und es muss genau geprüft werden, was man durch Einsparung aufgibt bzw. ob die Erhaltung einer Einheit schon aus rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten doch sinnvoll ist.

Das Landespolizeiorchester besteht zurzeit noch aus 28 Kolleginnen und Kollegen. Seit 2004 sind schon rund 30 % des Personals abgeschmolzen worden. Das Orchester sieht sich in der Lage, annähernd den gleichen Service (Auftreten in unterschiedlicher Formation zu unterschiedlichsten Anlässen) auch dann aufrechthalten zu können, wenn weitere zwei oder drei Kollegen in Pension/Rente gehen.

Wenn das Orchester allerdings zur Bigband verkleinert wird, ist es mit der Flexibilität vorbei. Dann können die meisten Stilrichtungen nicht mehr abgedeckt werden und es wird nicht mehr möglich sein, mit zwei kleinen Formationen zeitgleich an verschiedenen Orten präsent zu sein.

Man würde nur eine Handvoll Musiker einsparen, das Orchester aber jeglicher Flexibilität berauben.

Der Gedanke an eine Auflösung oder die Verkleinerung zur Bigband erinnert an einen Vergleich (auch, wenn er ein bisschen hinken mag):

In den 90er Jahren hat die damals amtierende rot-grüne Landesregierung geglaubt, sie könne durch Streichung der sog. Jubiläumszuwendung geräuschlos ein paar Tausend DM einsparen. Stattdessen hat sie damit einen ganzen Berufsstand für Jahre verprellt. Das war betriebswirtschaftlicher Unsinn.

Die Auflösung oder (erneute) Verkleinerung des Orchesters wären es ebenso.

Die Zusammenführung mit dem rheinland-pfälzischen Orchester in Mainz erscheint auch nur auf den ersten (blauäugigen) Blick als echte Alternative.

Der Bedarf an Einsätzen des Orchesters in beiden Ländern wird bleiben. Soll dann künftig bei jeder Anfrage gestritten werden, ob der hessische oder rheinland-pfälzische Anlass bedeutender ist?

Soll dann in Hessen ein Orchester auftreten mit dem Landeswappen Rheinland-Pfalz auf der Uniform?

Die DPolG Hessen hat sich sinnvollen Gedanken nie verschlossen. Wenn durch organisatorische Veränderungen Einsparungen erzielt werden können, ohne dass dabei die Dienstleistung für den Bürger nachhaltig leidet, sind wir dabei.

Das ist bei den derzeit kursierenden Plänen rund um das LPO Hessen aber nicht der Fall.

Das Landespolizeiorchester muss bleiben, es muss in jeder Hinsicht zukunftsfähig gemacht werden!

Nicht nur, weil es „sich rechnet“, aber eben auch deshalb!

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.