Neues Angebot für Täter häuslicher Gewal

7. November 2011 | Themenbereich: Justiz, Schleswig-Holstein | Drucken

Auch im Kreis Ostholstein haben Männer jetzt die Möglichkeit, ein Antiaggressionstraining zu absolvieren, wenn sie gegenüber ihrer Partnerin gewalttätig geworden sind und von der Justiz eine entsprechende Auflage erhalten haben. Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration hat den in diesem Bereich langjährig erfahrenen Träger Pro Familia beauftragt. Dazu erklärte heute (7. November) Justizminister Emil Schmalfuß: „“Wir ergänzen damit unser landesweites Trainingsangebot für gewalttätige Männer. Gewalt in der Partnerschaft war lange Privatsache, heute ist es ein Anliegen der Allgemeinheit. Denn heute wissen wir um die körperlichen, seelischen und sozialen Folgen, die Opfer erleiden, und wir wissen um die immensen Folgekosten, wenn Gewalt sich als gelerntes Verhalten über Generationen fortsetzt.““

 

Um häusliche Gewalt wirksam zu bekämpfen, müssen Sanktion, Prävention und Opferschutz miteinander verbunden werden. Das ist in Schleswig-Holstein geschehen: Mit dem Kooperations- und Interventionskonzept (KIK) verfügt Schleswig-Holstein über eine landesweit institutionalisierte vorbildliche Kooperation von Polizei, Justiz, Jugendhilfe, Frauenhäusern und Beratungseinrichtungen für Opfer wie für Täter häuslicher Gewalt.

 

Das Justizministerium fördert im Rahmen von KIK landesweit neun Projekte. Dafür werden jährlich rund 170.000 Euro eingesetzt. Beteiligte Träger sind die Brücke Elmshorn für den Landgerichtsbezirk Itzehoe, das Beratungs- und Behandlungszentrum der Diakonie in Niebüll für den Kreis Nordfriesland und Pro Familia für den Kreis Schleswig-Flensburg, die Stadt Flensburg sowie für die Landgerichtsbezirke Kiel und Lübeck. 2010 wurden insgesamt 338 Fälle bearbeitet. Die Teilnehmer eines Antiaggressionstrainings müssen verbindlich 18 Sitzungen absolvieren. Sie werden dabei unterstützt, die Ursachen ihrer Gewalttätigkeit zu erkennen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und ihr Verhalten zu ändern.

 

Justizminister Schmalfuß: „“Mit dem gemeinsamen Engagement vieler Menschen haben wir große Fortschritte bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt erzielt. Entbehrlich ist die koordinierte KIK-Arbeit aber keineswegs. Im Gegenteil: Auch weitere Entwicklungen sind denkbar, z.B. die Einbeziehung von Stalkern in das Tätertraining. Daher werde ich mich dafür einsetzen, dass wir diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe auch künftig fortsetzen können.““

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