Verbindliche Sicherheitsrichtlinien für neue Fußball-Regionalligen

4. November 2011 | Themenbereich: Bremen | Drucken

Durch die vom DFB beschlossene Strukturreform der Spielklassen, nach der es ab der Saison 2012/2013 fünf statt bisher drei Regionalligen geben wird, befürchtet Bremens Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer zusätzliche Sicherheitsrisiken. Mit der Reform hat der DFB seine Zuständigkeit für diese Ligen an die Regionalverbände abgegeben. Damit haben die vom Nationalen Ausschuss für Sport und Sicherheit beschlossenen verbindlichen Sicherheitsanforderungen für die Verbände nur noch empfehlenden Charakter. Vor der am Donnerstag und Freitag in Weimar tagenden Sportministerkonferenz kündigte Mäurer an, dass er sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen für einheitliche und verbindliche Sicherheitsstandards einsetzen werde. „Ich finde es nicht akzeptabel, wenn die Polizei durch die Aufweichung der verbindlichen Sicherheitsstandards vor zusätzliche Probleme gestellt wird,“ erklärte Mäurer. „Sollten sich massive Sicherheitsstörungen im Bereich der 4. Ligen zeigen, so werden einzelne Spiele in Zukunft nicht mehr stattfinden können“, so der Senator. Dies könne über das Polizeirecht oder Allgemeinverfügungen durchgesetzt werden.

In dem von Bremen eingebrachten Antrag zur Fortschreibung des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit wird die Weiterentwicklung begrüßt, insbesondere die Aufnahme neuer Themenfelder wie Fanreiseverkehr und verstärkte Einbeziehung von Heimordnern bei Auswärtsspielen.

Realisiert wird das Konzept durch den Nationalen Ausschuss für Sport und Sicherheit, dem Polizeiexperten des Bundes und der Länder, Vertreter des Deutschen Fußballbundes (DFB), des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), des Deutschen Städtetages sowie aus Fachministerien der Bereiche Jugend, Sport und Verkehr angehören. Bremen vertritt die Sportministerkonferenz in diesem Gremium.

Bundesweite Einführung des erweiterten Führungszeugnis

Außerdem setzt Mäurer sich gemeinsam mit seinem Berliner Kollegen auf der Sportministerkonferenz in Weimar für die bundesweite Einführung des erweiterten Führungszeugnisses für Übungsleiter im Sport ein. Dadurch soll es Vereinen leichter gemacht werden, das Trainerpersonal auf mögliche pädophile Neigungen zu kontrollieren. In erweiterten Führungszeugnissen werden auch spezielle Delikte erfasst, die mit einer Strafe von unter einem Jahr geahndet werden. Dagegen weisen einfache Führungszeugnisse nur Verurteilungen von über einem Jahr aus.

In diesem Zusammenhang kritisierte Mäurer die Absicht des Bundesjustizministeriums, künftig eine Verwaltungsgebühr für die Vergabe von Führungszeugnissen einzuführen: „Dieses Vorgehen konterkariert unsere Bestrebungen für einen verbesserten Kinder- und Jugendschutz.“ Mäurer und sein Berliner Kollege Ehrhart Körting treten dafür ein, dass das erweiterte Führungszeugnis kostenfrei ausgestellt wird.

Der von Berlin und Bremen eingebrachte Antrag für die Sportministerkonferenz zielt auch auf eine verbesserte Aufklärung und eine Intensivierung der Präventionsarbeit. „Die Vorlage von Führungszeugnissen reicht natürlich nicht aus. Nur wenn sie eingebunden ist in sinnvolle Präventionskonzepte des organisierten Sports kann dies zu einem verbesserten Kinder- und Jugendschutz beitragen. Wenn Eltern ihre Kinder in die Obhut von Sportvereinen geben, müssen sie sich darauf verlassen können, dass diese vor Gewalt und sexuellem Missbrauch geschützt sind“, betonte Mäurer.

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