Bayern braucht Heimatschutzeinheiten

31. Oktober 2011 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

„Ich fordere mit Nachdruck, in Bayern einige Verbände nach dem Vorbild der früheren Heimatschutzeinheiten mit einer Stärke von rund 4.000 Mann aus den Reihen der Reservisten aufzustellen. Das müssen Einheiten sein, die – wenn Not am Mann ist – anstelle der aktiven Bundeswehrsoldaten Hilfe leisten können.“ Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim bayerischen Landesverband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr in Herzogenaurach. Die besonderen Fähigkeiten der Reservisten bei Hilfeleistungen müssten in einer neuen Reservistenkonzeption berücksichtigt werden. „Damit die Bundeswehr weiterhin ihren Platz in der Mitte unserer Gesellschaft behalten kann, reichen wenige tausend freiwillig Wehrdienst Leistende nicht aus. Und um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, werden auch wir als Reservisten unsere Anstrengungen noch weiter erhöhen müssen. Wir werden auch noch stärker als bisher als Mittler zwischen Bundeswehr und Gesellschaft gefragt sein“, so Herrmann, der selbst Major der Reserve ist.

Auch die Bundeswehr selbst müsse ihre Attraktivität erhöhen, um ehemalige Soldaten und deren Kompetenz fest an die Bundeswehr zu binden. „In der neuen Reservistenkonzeption, mit der wir bis Ende des Jahres rechnen können, sollten deshalb auch deutliche Aussagen zur Freistellungsregelung und Qualifizierungsmaßnahmen enthalten sein, die im Zivilberuf verwertbar sind.“

Insbesondere in Katastrophenfällen müsse die Bundeswehr nach der Umstrukturierung ihre vielfältigen Aufgaben auch weiterhin voll erfüllen können. Nachdem die aktive Bundeswehr nicht mehr im gleichen Umfang wie bisher bei Katastrophenfällen zur Verfügung stehen wird, geht Herrmann davon aus, dass die Rolle der Reservisten als Ergänzung zur reduzierten aktiven Truppe deutlich gestärkt wird, so zum Beispiel mit den vom Verteidigungsministerium geplanten regionalen Sicherungs- und Unterstützungseinheiten. „Nicht aktive Reservisten könnten in diesen Einheiten als Ergänzungstruppenteile Bestandteil der Strukturen der Bundeswehr werden. Die neuen Einheiten sollten meiner Überzeugung nach so ausgestaltet werden, dass sie den Katastrophenschutz optimal ergänzen und flexibler wie auch zeitnah in Katastrophengebieten eingesetzt werden können.“ Herrmann wünscht sich darüber hinaus, dass diese Einheiten auch Aufgaben übernehmen, die wegen der Wehrstrukturreform durch die aktive Truppe nicht mehr in vollem Umfang wahrgenommen werden können. Außerdem hält er es für wichtig, die Einheiten möglichst dort einzurichten, wo es in der näheren Umgebung keine Bundeswehrstandorte mehr gibt. „Hier kommt es im Ernstfall besonders auf einen schnellen ergänzenden Einsatz der Bundeswehr an.“

Herrmann sagte abschließend, es sei sehr wichtig, dass die Reservistenarbeit weiterhin in der Fläche präsent bleibt: „Gerade auch dort, wo es inzwischen bei der aktiven Truppe ein Vakuum gibt. Sonst verliert unsere Bevölkerung die sicherheitspolitischen Belange allzu leicht aus den Augen. So können wir auch am besten gewährleisten, dass unsere Bundeswehr aus allen Landesteilen gute und fähige Köpfe für ihre Freiwilligenarmee erhält.“

 

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