Internetkriminalität

27. Oktober 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Anforderungen an die kriminalpolizeiliche Arbeit werden immer höher Kinderpornografie im Internet, organisierte Betrügereien im World Wide Web, Identitätsdiebstähle und Schäden durch Schadprogramme in Milliardenhöhe – das ist die erschreckende Realität der Internetkriminalität heute. Was jedoch am meisten erschreckt, ist die permanente Zunahme der Fälle und der kriminellen Energie der Täter. „In diesem Deliktsbereich gehen die Fallzahlen und die Schäden kontinuierlich nach oben. Und dabei stehen wir noch immer am Anfang dieser Entwicklung!“ so BDK-Landesvorsitzender Werner Märkert zu Beginn einer Fachtagung des BDK-Landesverbands Rheinland-Pfalz am heutigen Tage in Trier. Und ernüchternd stellt er fest: „Wir können heute noch gar nicht erahnen, was morgen noch alles auf uns zukommt!“

Mit der heutigen Fachtagung unter dem Titel „Der digitale Tatort“ versucht der BDK die Erfahrungen von Kriminalbeamtinnen und –beamten aus ganz Deutschland zusammenzutragen und deren Wissen anderen Kriminalisten zugänglich zu machen.

Um angesichts der immer komplexer werdenden Computer- und Internettechnik und deren hochdynamischer Entwicklung auf aktuellem Stand zu bleiben, bedarf es entsprechender Möglichkeiten auf Seiten der Kriminalpolizei. “Die Strafverfolgungsbehörden müssen in die Lage versetzt werden, sowohl Straftaten im Netz zu entdecken als auch elektronische Spuren zu erkennen und zu verfolgen“, so eine Kernforderung von Werner Märkert. Der BDK setzt sich schon seit geraumer Zeit aktiv dafür ein, dass die Polizei personell und rechtlich in die Lage versetzt wird, Ermittlungen professionell durchführen zu können. Gefordert wird darüber hinaus seit längerem der Aufbau einer sogenannten „WEB-Patrol“, eine „Internetpolizei“, die über eine Notrufadresse im Internet rund um die Uhr erreichbar ist.

Hierfür wird qualifiziertes Personal benötigt. Da die Kriminalpolizei bei ihrer Aufgabenwahrnehmung zunehmend personell an Grenzen stößt, kann das Personal nicht aus anderen Fachkommissariaten abgezogen werden, sondern muss zusätzlich bereit gestellt werden. Die aktuell angekündigten Sparmaßnahmen der rheinland-pfälzischen Landesregierung verschärfen die Situation zusätzlich.

„Die allermeisten unserer Kolleginnen und Kollegen wurden zu einer Zeit ausgebildet, als es weder Computer, noch ein Internet gab.“ stellt der Landesvorsitzende des BDK fest und spielt damit auch auf die Überalterung der Polizei an und betont: „Der Bürger hat einen Anspruch darauf, sich in einer modernen Kommunikationsgesellschaft sicher bewegen zu können! Hierzu leisten wir unseren Beitrag!“

  • In der heutigen Fachtagung des BDK werden folgende Themen behandelt:
  • Der digitale Tatort – Erkennen und Feststellen von Kommunikationsspuren
  • Auswertemöglichkeiten/Analyse großer Datenmengen
  • Vorbereitung einer Rasterfahndung am Beispiel einer DNA-Reihenuntersuchung
  • Betrugsmethoden im Internet und ihre Ermittlungsmöglichkeiten
  • Internetermittlungen am Beispiel einer bundesweiten Erpressungslage

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