urbi et orbi – Fernerkundung für den Bevölkerungsschutz

21. Oktober 2011 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Am 13. und 14. Oktober fand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), am Standort Oberpfaffenhofen das 1. Strategieforum Fernerkundung statt. Das Forum wurde gemeinsam durch das DLR, das Bundesministerium des Innern (BMI) sowie dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) ausgerichtet. Das BBK beteiligte sich sowohl am Eröffnungstag mit einer Rede von Vizepräsident Ralph Tiesler zu Nutzungsmöglichkeiten der Fernerkundung im Bevölkerungsschutz als auch mit einem Beitrag von Dr. Michael Judex im Themenworkshop Notfallkartierung am zweiten Tag.

Die rund 150 Teilnehmer aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten die Potentiale der Fernerkundung für die öffentliche Verwaltung sowie die konkreten Bedarfe in unterschiedlichen Themenbereichen, u. a. auch für das Krisenmanagement.

Fernerkundung – insbesondere aus der Luft – ist eine Zukunftstechnologie, die flächendeckende und aktuelle Informationen über die Erdoberfläche liefert. Dies kann insbesondere bei Schadenslagen sinnvoll genutzt werden, um sich einen Überblick über die jeweilige Situation zu verschaffen. Durch Forschungsprojekte unter Beteiligung des BBK wurden in der Vergangenheit die Grundlagen für Informationsprodukte gelegt, die eine Lagebewertung und damit Entscheidungsfindung in Krisen und Katastrophen unterstützen. Was als Forschung begann, muss nun in einen dauerhaften Dienst überführt werden, sofern die Produkte weiterhin zur Verfügung stehen sollen. Das BBK hat in den letzten Jahren regelmäßig Fernerkundungsinformationen unterschiedlicher Plattformen zur Vorbereitung auf oder Bewältigung von Krisen eingesetzt bzw. an Endnutzer wie das THW oder die Bundesländer weitergegeben. Langjähriger Partner ist dabei unter anderem das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im DLR.

Der Bundesinnenminister, Dr. Hans-Peter Friedrich hob in seiner Eröffnungsrede hervor: „„Die Veranstaltung wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, der Verwaltung die vielfältigen Chancen dieser Technologien vor Augen zu führen. Wir stehen hier erst am Anfang einer Technik, die ein enormes Entwicklungspotential hat. Dieses müssen wir auch in der täglichen Arbeit unserer Verwaltung nutzen. Die Fernerkundung wird zu einer tragenden Säule eines aktuellen Geoinformationswesens und damit für die mobile Wissensgesellschaft unerlässlich““.

Ralph Tiesler konkretisierte anschließend: „„Geoinformationen sind ein wesentlicher Bestandteil in einem leistungsfähigen Bevölkerungsschutzsystem – so, wie in der öffentlichen Verwaltung insgesamt““ und ergänzte „„wir beschäftigen uns schon seit Jahren mit der Fernerkundungstechnologie und setzen daraus gewonnene Informationen mittlerweile regelmäßig ein. Mehr noch, wir sind aufgrund der damit gemachten Erfahrungen davon überzeugt, dass unsere Entscheidungen und Prognosen qualifizierter geworden sind und wir unseren Beratungsauftrag gegenüber unseren Partnern im Bevölkerungsschutz und gegenüber der Politik besser erfüllen können.““

In der Diskussion im Themenworkshop „Notfallkartierung“ wurde deutlich, dass Fernerkundungsprodukte für das Krisenmanagement als gewinnbringend angesehen werden. Dabei gilt, dass Notfallkartierung nicht erst im Notfall beginnt, sondern auch die Phasen Vorbereitung, Vermeidung und Nachbereitung umfasst. Allerdings müssen die Spezifikationen der Fernerkundungsprodukte durch die Nutzer weiter ausgebaut werden. Als größtes Hindernis bei der Nutzung von Fernerkundungsdaten wird momentan die mangelnde Kenntnis der Möglichkeiten angesehen. Auch die unzureichende Integration in die etablierten Geodatenstrukturen auf Landes- und Bundesebene stellen ein Hemmnis für die Nutzung dar. Hier wird die weitere Entwicklung unmittelbar ansetzen müssen. Das BBK, das sich als Sachwalter der am Bevölkerungsschutz beteiligten Behörden und Organisationen im Kontext Fernerkundungsgestützte Geoinformationen versteht, wird sich hier auch zukünftig weiter engagieren.

Quelle: BBK

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