Die hessische Justiz ist arbeitnehmerfreundlich

21. Oktober 2011 | Themenbereich: Hessen, Justiz | Drucken

An der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg an der Fulda überreichte Justizstaatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit die Diplom-Urkunden an 54 Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger aus Hessen und Thüringen.

Aufgrund der hervorragenden Ausbildung der Rechtspfleger habe das Aufgabenfeld und der Verantwortungsbereich deutlich erweitert werden können, sagte Staatssekretär Dr. Kriszeleit. Die Justiz werde nicht allein von Richtern geprägt. Insbesondere die Rechtspfleger seien ein zentrales Organ der Rechtspflege. Es gelte daher der Satz: „Der Rechtspfleger ist die zweite Säule der dritten Gewalt“.

Dr. Kriszeleit: „In Ihrer Funktion als Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sind Sie sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden. Bei der Rechtsfindung sind Sie keinen Weisungen durch irgendeine Person unterworfen. Vom ersten Tag Ihrer Tätigkeit an entscheiden Sie mit sachlicher Unabhängigkeit in voller Eigenverantwortlichkeit. Ihre Tätigkeit hebt sich damit deutlich aus dem Aufgabengebiet anderer Laufbahnen des gehobenen Dienstes der öffentlichen Verwaltung heraus, gibt Ihnen aber auch eine besondere Verantwortung für die Wahrnehmung der Ihnen übertragenen Aufgaben.“

Staatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit zu den Arbeitsbedingungen in der hessischen Justiz: „Gut qualifizierte und motivierte Bedienstete sind für das Land Hessen zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben unabdingbar. Ein wichtiger Faktor zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit, die auch vor dem Hintergrund des auf uns zukommenden Fachkräftemangels an Bedeutung gewinnen wird. Bereits seit einiger Zeit ist infolge der Betreuung von Kindern bzw. pflegebedürftigen Angehörigen der Bedarf an familienbewussten Arbeitszeitregelungen sehr groß und wird auch weiter ansteigen. Wir wollen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein großes Maß an Zeitsouveränität geben, um dadurch eine bessere und ausgeglichene Balance zwischen Erwerbs- und Privatleben zu schaffen.“

Der Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auf ein Pilotprojekt zur Arbeitszeitflexibilisierung und Telearbeit für Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger an den Amtsgerichten Fulda und Groß-Gerau, mit dem man die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten noch weiter ausbaue.

Der Teilnehmerkreis habe in Abhängigkeit der dienstlichen Belange die Entscheidungsmöglichkeit, die Ausübung der Dienstgeschäfte am Amtsgericht oder in der häuslichen Arbeitsstätte vorzunehmen. „Beide Arbeitsorte sind mittels elektronischer Kommunikationsmittel miteinander verbunden. So kann auch in der häuslichen Arbeitsstätte auf die IT-Infrastruktur des Gerichtes zugegriffen und gleichzeitig die Erreichbarkeit während der vereinbarten Präsenzzeiten sichergestellt werden“, so Justizstaatssekretär Dr. Kriszeleit: „Wenn die Testphase erfolgversprechend wird, werden wir die Ausweitung des Modells auf den gesamten Geschäftsbereich prüfen.“

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